Regierung soll Farbe bekennen

Thema: Heiderich will Windräder bremsen, HZ vom 15. November 2013 - Während in Warschau Delegierte aus aller Welt um eine Einigung zur Reduzierung der Treibhausgase ringen, während auf den Philippinen fast 4000 Menschen ihr Leben - und Millionen ihr Hab und Gut durch den Monster-Taifun Haiyan verloren haben, torpediert der Bundestagsabgeordnete Heiderich den Ausbau der Windenergie (HZ vom 15. November 2013).

Und das nicht nur in einem der reichsten Länder der Welt (nach Bruttoinlandsprodukt), sondern auch in einem Land mit den absolut höchsten Kohlendioxid-Emissionen innerhalb Europas. Dabei bemüht Herr Heiderich viele der bekannten Argumente, die in letzter Zeit unter dem Einfluss der großen Stromkonzerne, die um ihre Vormachtstellung bangen, gegen den weiteren Ausbau der Windenergie ins Feld geführt werden und kommt zu dem Schluss, dass es kaum noch Bedarf für den Neubau von Windkraftanlagen gebe. Ist Herrn Heiderich bekannt, dass die Bundesregierung das Ziel hat, den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien von derzeit 23 Prozent bis zum Jahr 2020 auf mindestens 38 Prozent zu erhöhen? (Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energien von 2011.) Das bedeutet, dass allein in den nächsten acht Jahren so viel Kapazität an Solar- und Windenergieanlagen ausgebaut werden müsste, wie in den vergangenen zehn Jahren!

Herr Heiderich sollte Farbe bekennen, ob er und seine Partei die oben genannten Mindestziele, die dem Klimaschutz und der Verantwortung für die nachfolgende Generation geschuldet sind, für falsch hält oder ob er einen Joker in der Tasche hat, eine Art Wunderwaffe der erneuerbaren Energien, mit der er die Ziele der Energiewende auch ohne neue Windenergieanlagen zu erreichen glaubt.

Jörg Bennedik
Kreisvorsitzender BUND
Bad Hersfeld-Rotenburg

Kommentare