Selbstverschuldete Unkenntnis

Zu den Leserbriefen „Grass hat doch Recht“ von der Friedensinitiative v. 21.4. und „Fragwürdige Unkenntnis“ von Herrn und Frau Müller v. 28.4. - Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Müller, In unserem Leserbrief heißt es: „...Das Existenzrecht Israels steht nicht zur Debatte. Ihm zu helfen und zu unterstützen ist Gebot der deutschen Außenpolitik...“

Ihr Leserbrief bezieht sich lediglich auf ein Zitat, über deren Autor und dessen Relevanz nach unseren Recherchen Unklarheit herrscht. Woher haben Sie das Zitat genau, doch sicherlich nicht aus der von Ihnen angegebenen Quelle „Mitteilungsblatt der iranischen Revolutionsgarde“, an das wir nicht herankommen und das ja vermutlich in persisch gedruckt wird? Es ist belegt, dass gezielt Falsch-Übersetzungen an hiesige Nachrichtendienste gegeben werden, um Kriegshetze zu begründen. (siehe die politologische Arbeit des Nahostexperten Michael Lüders: „Iran: Der falsche Krieg“. Erschienen in dem juristischen Fach-Verlag Beck 2012 (200 Seiten).

Selbstverständlich sind Äußerungen, die mit einer Auslöschung des Staates Israel drohen, genauso zu behandeln wie die israelischen Angriffsdrohungen auf die iranischen Atomanlagen. Auf beiden Seiten herrscht zur Zeit Einschüchterungs- und Kriegspropaganda.

Treffend verurteilt der ehemalige Chef des israelischen Inland-Geheimdienstes, Juval Diskin, die israelische Außenpolitik von Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Barak (siehe Hersfelder Zeitung v. 30.4.!).

Es geht um die Erarbeitung der realen Sachlage! Die aktuelle militärische Lage zeigt, dass der Iran umzingelt ist von US-Stützpunkten, einem großen US-Flottenaufmarsch im persischen Golf, umgeben von Staaten mit Atomwaffen, bedroht von U-Booten, die Atomwaffen abfeuern können. Der Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben, Israel nicht. (vgl. Monitoring-Dossier Nr. 1 der Kooperation für den Frieden. http://www.koop-frieden.de/dokumente/irandossier.pdf

Die Friedensinitiative sieht ihre Aufgabe darin, Phrasen wie diejenige, die Sie zitieren, auf den Grund zu gehen. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren öffentliche Veranstaltungen organisiert mit Vertretern aus Israel, Palästina und aus israelisch-palästinensichen Friedensinitiativen. Die Friedensbewegung, deren Teil die Friedensinitiative Hersfeld-Rotenburg ist, hat immer wieder aktuelle Stellungnahmen und Vorschläge für eine friedliche Entwicklung in Nahost entwickelt. Schauen Sie auf die Internetseiten von IPPNW, Pax Christi, Versöhnungbund, Kooperation für den Frieden oder unseren Pressedienst aixpaix.de (um nur einiges zu nennen). Auf die Vorschläge in unserem Leserbrief gehen Sie gar nicht ein, schade.

Ich lade Sie und alle an einer Friedensentwicklung wirklich Interessierten ein zum nächsten jour fix der Friedensinitiative am Montag, 7.5. 18.30 Uhr im Buchcafe. Da können wir mit- einander reden und Sie können sich konstruktiv einbringen. Das ist unser Selbstverständnis.

Michael Held
Sprecher der Friedensinitiative Hersfeld-Rotenburg
Simon-Haune-Str. 15

Hans Feik
Schlippental 11

Hartmut Futterlieb
Zur Linde 9

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