Es gibt keine kollektive Schuld

Thema: Gerichtstag halten über uns selbst, HZ vom 23. Januar - Wen meint der „Erfinder“ dieser Überschrift mit „uns selbst“? Sollen wir nun also in einer Person zugleich als Ankläger und Richter auch noch unsere „schwere Schuld“ eingestehen und ohne Jede Verteidigung ein - vernichtendes - Urteil über uns selbst fallen?

Doch damit nicht genug: Wir sollen gleich auch noch über unsere Geschichte Gerichtstag halten! Weniger geht nicht - und das auch noch mit „Gipsy-Swing-Ensemble“! Es reicht ihnen nicht aus, der Opfer zu gedenken und Hintergründe und Motive der damals Verantwortlichen für den Holocaust aufzuhellen und zu ergründen. Eine Kollektivschuld gibt es nicht, doch wir sind uns durchaus der Verantwortung bewusst, die wir für uns und unsere Kinder tragen. Hier aber zeigt sich wieder die vor Selbstgerechtigkeit triefende Anmaßung von Nachgeborenen und mehrheitlich links-orientierter, ideologisch verblendeter Gruppierungen, die glauben, uns den Spiegel Vorhalten zu müssen, um damit zu insinuieren, dass sie die besseren“ und die anderen, eher in der Mitte oder rechts positionierten, die weniger guten Menschen seien. Hierzu passen dann auch die markigen Worte der Frau Pröpstin bei einer der vielen „Gesprächsrunden“ unseres allzuständigen Staatsministers: Laut KA vom 27. Dezember sagt sie „dem offen aufkeimenden Rassismus und Antisemitismus den Kampf an: Deutschland ist ohne die Erinnerung an den Holocaust nicht zu haben! Das gilt für alle in unserem Land“. Rums, das hat gesessen! Gegen wen, wo und wie will sie in den Kampf ziehen? (s .o.) Für ihren Beitrag erhielt sie dann auch noch vom Staatsminister ein Blumenbukett, wie eine Pop-Diva nach ihrem großen Auftritt; eine lächerliche Show! Was will sie uns damit sagen? Sollen wir also auf ewig ein schlechtes Gewissen haben, uns daher für alle Zeiten erpressen lassen, für alles und Jeden zahlen und dort Verantwortung übernehmen, wo andere dies aus wohlerwogenen Gründen ablehnen? Das ist dann wohl das „Urteil“, das wir „über uns selbst“ sprechen sollen!

Hermann Casel
Bad Hersfeld

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