Einmischerei ist unzumutbar

Thema: Die finanzielle Lage der Stadt, HZ vom 15.Juni - Es ist schon merkwürdig, mit welcher Larmoyanz die finanzielle Lage der Stadt für alle möglichen Ansinnen herangezogen werden: Da wird von einem schwächelnden Kartenverkauf der Festspiele erzählt (-450.000), da wird der Ausfall von Sponsorengeldern (-110.000) beklagt und zuletzt noch Mindereinnahmen aus Parkplatzbewirtschaftung von 200.000 € aufgrund erhöhter Preise auf dem Marktplatz ins Feld geführt.

Merkwürdig, gerade der letzte Punkt. Fällt eigentlich keinem die Unsinnigkeit der Argumentation auf ? Im Umkehrschluss müsste ja eine Senkung der Parkgebühren zu deutlich erhöhten Parkeinnahmen führen. Wäre diese Theorie stimmig, müsste ja ein ALDI Prinzip wirken. ALDI, LIDL, SIXT, alles Unternehmen, die mit konsequenter Diskountpolitik und der Weitergabe von Effizienzvorteilen an die Verbraucher „Markt“ gemacht haben. Unseren Verwaltern fällt nichts anderes ein, als Preise zu erhöhen und sich über mangelnde Akzeptanz zu wundern. Von einem Rathauschef, der diesen Titel verdient, wäre eigentlich etwas Schlaueres zu erwarten. Vielleicht auch die Erkenntnis, dass zum Kern Hersfelds die Festspiele gehören. Ohne diese ist Hersfeld zwar auch ganz nett, aber eben auch austauschbar und beliebig.

Von einer kritischen Berichterstattung würde ich erwarten, dass nicht alles, was ein Rathauschef absondert kritiklos weiterverbreitet wird. Trotz Festspieldefizits wäre es wahrscheinlich fatal, Verwaltungsleuten Mitsprache in der Programmgestaltung einzuräumen. Man darf und muss jeder Intendanz unterstellen, dass sie sehr wohl das Ganze sieht, wenn man dies nicht unterstellt und dieses Vertrauen nicht aufbringt, müssen Konsequenzen gezogen werden. Die Einmischerei über „die Bande“ allerdings ist unzumutbar und stillos und beschädigt die Festspiele im Kern.

Dominico Madile
Lullusstrasse 5
Bad Hersfeld

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