Kinder werden zum Luxusgut

Thema: Erhöhung der Kita-Gebühren in Bad Hersfeld - Mit großer Besorgnis nehmen wir Hersfelder Eltern und Familien die im Haushaltsentwurf geplanten Erhöhungen der Kindergartengebühren und die Einführung der Krippenplatzgebühren zur Kenntnis.

Folgendes Beispiel geht aus den veröffentlichten Zahlen hervor: 

Eine Familie mit zwei Kindern (ein Kindergarten- und ein Krippenkind in Ganztagsbetreuung) müsste mit einer monatlichen Belastung von 375 Euro rechnen. Vorher betrug der Betrag 125 Euro! - eine Steigerung um 200 Prozent!!! Für viele Familien nicht realisierbar. Daher stellen sich uns folgende Fragen: Warum wird Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so schwer gemacht? Werden Mütter so nicht dazu gebracht, lieber zu Hause zu bleiben und, statt einen großen Teil ihres Gehalts für Krippe und Kindergarten auszugeben, lieber das Betreuungsgeld anzunehmen?

Was ist mit Alleinerziehenden Elternteilen? Wird ihnen und ihren Kindern nicht die Möglichkeit genommen in normalen sozial-starken Verhältnissen ihre Kinder groß zu ziehen und dabei selber nicht darunter zu leiden? Werden Kinder so zum Luxusgu t- nur die Kinder der gutverdienenden bzw. gut situierten „Schicht“ könnten in Krippen und Kitas untergebracht werden? Sollte frühkindliche Förderung und Bildung nicht für jeden frei zugänglich und bezahlbar sein? Wie sieht die Zukunft von Bad Hersfeld als strukturschwache Region aus, wenn die Stadt für Familien nicht attraktiv ist und deshalb eine immer weiter zunehmende Überalterung droht? Entstehen nicht hohe Folgekosten (z. B. für schulische Förderung, Jugendhilfe und berufliche Qualifizierungen), wenn viele Eltern das Angebot frühkindlicher Bildung nicht nutzen können?

Wozu wird eine Online-Bürgerbefragung durchgeführt, wenn das Ergebnis nicht ernst genommen wird? Wir sehen die Familienfreundlichkeit der Stadt in Gefahr - warum wird der Rotstift ausgerechnet bei den Kleinsten angesetzt? Eine Gemeinschaft ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Wir können nur hoffen, dass die Kinder - die Zukunft unserer Stadt - nicht für etwaige finanzielle Fehlplanungen der Vergangenheit bezahlen müssen und die Verantwortlichen ihre Position zu den geplanten Erhöhungen noch einmal überdenken. 

Sandra Klett
Rhönstr. 11 Bad Hersfeld
Norbert Pors
Ginsterweg 11d
Bad Hersfeld

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