Warum keine kleinere Biotonne im Angebot?

Thema: Einführung der Biotonne - Wie ich nun hörte, möchte der AZV durch die Umstellung auf Pauschalbezahlung erreichen, dass die Biotonnen mit gammelnden Abfällen zukünftig nicht erst dann zur Entleerung an die Straße gestellt werden, wenn sie gefüllt sind. Dieses Argument überzeugt, wurde den Kunden aber nicht kommuniziert.

Es bleibt jedoch höchst ungerecht, dass ein Single-Haushalt ohne Garten denselben Pauschalpreis zahlen soll wie ein Mehrpersonenhaushalt mit großem Garten, der die Biotonne mühelos 23 Mal im Jahr bis zum Rand füllen wird.

Der AZV könnte dieses Problem aber leicht dadurch mindern, dass er - wie bereits der MZV in Rotenburg - alternativ eine kleine 60 Liter-Biotonne zum günstigeren Pauschalpreis anbieten würde. Noch viel einfacher wäre es freilich, „Behältergemeinschaften“ zuzulassen: Nachbarn im Mehrfamilienhaus oder Nachbarn angrenzender Grundstücke teilen sich eine Tonne! Im Kreis Tübingen wird dies bereits praktiziert. Warum nicht auch bei uns? Damit würden auch fast alle anderen Ärgernisse weitgehend entschärft, einschließlich der Neuregelungen hinsichtlich der Eigenkompostierung. Denn für Eigenkompostierer wäre es doch weitaus erfreulicher, anstelle der „Zwangsabgabe“ ohne Gegenwert einen Anteil am Pauschalpreis für eine gemeinschaftliche Biotonne zu bezahlen, zumal die unsägliche Bürokratie zur „Befreiung von der Biotonne“ entfiele. Und verdorbene Lebensmittel müssten nicht auf dem privaten Komposthaufen landen, wo sie fehl am Platze sind. All dies sollte eigentlich auch im Interesse des AZV sein!

Dr. Werner Arens
Bad Hersfeld

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