Beruhigt zurücklehnen?

Thema: „Aufklärung baut Tabus ab“, HZ vom 8. Januar - Beruhigung oder Unruhe -können wir mit der gesetzlichen Regelung Abtreibung (Tötung) leben? Mit Formulierungen „tatsächlich ist wohl die Zahl dieser tragischen Fälle rückläufig“ - bezogen auf Abtreibung sollen wir uns wohl an den Vorgang der gesetzlichen geregelten Abtreibung (Tötung) gewöhnen.

Nach den offiziellen Zahlen des Statischen Bundesamtes -die wirklichen Zahlen liegen erheblich höher - wurden im Jahr 2010 110431 und im Jahr 2011 108867 Schwangerschaften abgebrochen. Nach Medizinischer Indikation nur: 2010 3077; 2011 3485. Also 110000 Abtreibungen (Tötungen) die noch mit erheblichen Kosten verbunden sind. Kann eine Geschäftsführerin einer Einrichtung (Kosten sind mir nicht bekannt) - bezogen auf unsere Region - bei solchen Zahlen beruhigt ihre Arbeit ausführen? Natürlich sind wir alle ebenfalls gefragt - besonders die Kirchen, die Parteien und deren Repräsentanten, ob wir uns bei dem Thema Abtreibung (Tötung) beruhigt zurücklehnen können? Besondere Nachdenklichkeit erzeugt für mich die Feststellung, dass 96,8 % nach der Beratung diese „Entsorgung“ legalisiert vornehmen! Das Ziel der Beratung müsste doch sein, dass nach der Beratung 93 % diese „Entsorgung“ nicht vornehmen - oder?

Unsere Gesellschaft benötigt Kinder - nach Heinz Buschkowsky, um nur im demographischen Gleichgewicht zu bleiben, 1 Million Geburten jedes Jahr. 2011 waren es nur 663000 - Katastrophenberechungen sagen ein weiteres Absinken voraus. Für unsere Jugendlichen in Schule und Vereinen fehlen Mittel - für Abtreibung (Tötung) geben wir Geld aus. Politiker und Kirchen schweigen im Wahlkampf oder in den Parteien bei Auftritten in unserer Gesellschaft zu dieser schon lange bekannten schlimmen Entwicklung!

Wann endlich begreifen wir, dass in unserem Land Vieles nicht gut ist?

Gerhard Retting
Münscherstr. 26
Bad Hersfeld

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