Leserbrief

Mehr Unordnung für die Natur

Thema: Mäharbeiten von Hessen Mobil

Beängstigend, wie ohne Wahrnehmung der diesjährigen Situation in unserer Gegend Bankette, Gräben und Böschungen in den letzten Wochen bis auf den staubigen Boden nieder geschlegelt wurden.

Bei der diesjährigen Sommermahd wurden neben dürrem Gras insbesondere unzählige Wildkräuter, wie die Wilde Möhre und andere Doldenblütler, sowie verschiedenste Kleearten beseitigt. Diese wurzeln besonders tief und sind bei der Trockenheit eine der wenigen Nahrungsquellen für unzählige Wildbienen, Schmetterlinge, Fliegenarten und Käfer. (...)

Ordentlich wurde auch der widerborstige Neuaustrieb der Wildgehölzhecken in den Straßenböschungen nieder gemacht, die im Laufe der Jahre immer weiter zurückgedrängt wurden. Wohlgemerkt, ihre Pflanzung entlang neuer Straßenführungen rundum hat dem Steuerzahler mal richtig Geld gekostet.

An der Landesgrenze hört übrigens der Spuk auf. Da wo jahrzehntelang streng nach Planwirtschaft gearbeitet wurde, hat man sich anscheinend den natürlichen Gegebenheiten dieses Jahr ebenso angepasst und die Mähgeräte vorerst in den Hallen gelassen, wie an unzähligen weiteren Straßen im Land, einschließlich der Autobahnen. Ich denke, ein wenig mehr Flexibilität und „Unordnung“ würde der Straßenmeisterei in Rotenburg und vor allem vielen gefährdeten Arten guttun.

Klaus Gärtner

Wildeck-Hönebach