Nur Ankündigungen

Lieber Michael Ernst, mit großer Überraschung habe ich Deinen Leserbrief zur Kenntnis nehmen müssen. Überraschung deshalb, weil Du Dich in einem gemeinsamen Gespräch doch gänzlich anders geäußert hast. Aber vielleicht ist es manchmal schwierig, wenn man selbst betroffen ist, sachlich zu argumentieren. Ich will es aber im Folgenden versuchen:

Die SPD hat den Bürgermeister seit Jahren aufgefordert, eine seriöse Finanzierung und Planung des Sportparks vorzulegen. Leider hat der Bürgermeister noch nicht einmal einen Förderbescheid vorlegen können, obwohl der Herr Ministerpräsident bereits im letzten Jahr seine Unterstützung zugesagt hatte. Seit Jahren hat das Parlament, auch mit Unterstützung der Fraktionen, die nun von Dir beschimpft und verunglimpft werden, ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt, damit die erforderlichen Planungen hätten durchgeführt werden können. Aber der Bürgermeister hat hier wiederum nichts veranlasst.

Vielleicht hat Herr Fehling durch das Verschleppen dieser Angelegenheit tatsächlich eine Chance für Bad Hersfeld vertan. Ein verantwortungsbewusster Bürgermeister hätte sicherlich das Stadtparlament erst bei Vorhandensein des Förderbescheides bemüht. Aber Herr Fehling hat über Jahre der Öffentlichkeit nur Ankündigungen gemacht, ohne diesen tatsächlich Taten folgen zu lassen.

Leider hat sich die finanzielle Situation der Stadt Bad Hersfeld seit der Amtsübernahme von Herrn Fehling rapide verschlechtert. Die Stadt wird sich zukünftig nicht mehr alle Träume leisten können. Auch aus diesem Grund haben verantwortliche Politiker nun wegen des Vorgehens von Herrn Fehling die Notbremse gezogen. Über 6 Millionen an Investitionen für den Lullus-Sportpark bei gleichzeitiger Verabschiedung eines negativen Haushaltes wären sicherlich gegenüber der Kommunalaufsicht nur schwer darstellbar gewesen. Verantwortungsvolle Politik sieht zumindest anders aus.

Unerträglich finde ich Deine Unterstellungen zu der Motivation von Stadtverordneten, die sich tatsächlich um die Finanzen der Stadt verdient gemacht haben. Diese zu verunglimpfen, dass ihr Verhalten ein „Geschmäckle“ hätte, ist einfach nur populistisch und falsch. Ungehörig ist auch, dass Du als 3. Vorsitzender, des von mir persönlich sehr geschätzten Sportvereins Hessen Hersfeld, Dich als Sprecher aller Vereinsmitglieder Bad Hersfelds aufspielst. Eine derartige Kompetenzüberschreitung hat meines Erachtens sich noch kein Vereinsvertreter in Bad Hersfeld in der Vergangenheit geleistet. Dir hätte auch bewusst sein müssen, dass in anderen Vereinen Deine Ansicht gerade nicht geteilt wird.

Lieber Michael Ernst, bedenke bitte, dass gerade die SPD in Bad Hersfeld sich immer für unsere Vereine eingesetzt hat. Deshalb werden wir von einigen politischen Mitbewerbern beschimpft, was wir im Übrigen gerne für unsere Vereine in Kauf genommen haben. Die wichtige Finanzierung der Jugendarbeit der Vereine wäre ohne die SPD niemals möglich gewesen. Auch der von Dir mit vertretene Verein hat, wie ich meine zu Recht, in der Vergangenheit und Gegenwart höhere städtische Zuschüsse erhalten, als andere Sportvereine. Schließlich hat sich die SPD für die Unterstützung der Renovierung des Vereinsheims der „Hessen“ eingesetzt und dies in den letzten Beratungen wieder betont.

Weiter möchte ich Dir entgegnen, dass es in der Stadtpolitik nicht um Erfolge des Bürgermeisters geht, sondern um das Wohl unserer Stadt. Dieses Wohl kann ein Bürgermeister positiv beeinflussen, wenn er u.a. mitwirkt, dass neue Arbeitsplätze entstehen, der Haushalt seriös ist und die Kultur- und Freizeitangebote verbessert werden. In all diesen Punkten muss die SPD leider feststellen, dass der amtierende Bürgermeister seine Wahlversprechen nicht einhält. Damit werden sich sicherlich die von Dir angesprochenen Vereinsmitglieder, aber auch alle anderen Wahlberechtigten in Bad Hersfeld bei der nächsten Wahl beschäftigen.

Gunter Müller
SPD Vorsitzender in Bad Hersfeld

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