Wehneberg? Nein danke!

Thema: Geplanter Windpark - Zunächst kann man den Mitgliedern den NABU nicht genug dafür danken, dass sie endlich Licht in das Dunkel der bisherigen Informationen seitens der Windkraft KG gebracht haben. In ihrem ehrenamtlichen Engagement ist es ihnen gelungen, anhand von 100 000 Einzeldaten, aus den Erkenntnissen über mehrere Jahrzehnte hinweg zu der fachlich fundierten Feststellung zu kommen, dass unser Landkreis ein Zentrum (Knotenpunkt) mehrerer internationaler Vogelfluglinien ist.

Außer den Kranichen und anderen Vogelarten sind vor allem auch die Rotmilane in Gefahr. Im Kreisgebiet sind sie als Brutvögel flächendeckend vertreten – wie wir wissen auch am Wehneberg. Sie führen die Statistik über Opfer an WKA deutlich an. Im Gegensatz hierzu agieren die Betreiber der WK-KG ganz anderes. Sie gehören einer neuen Spezies von Windkraftspekulanten an, die bestimmt nicht nur uneigennützige Nächstenliebe im Programm haben. Man bedient sich einer großmaßstäblichen Karte (-Hessen auf einem DINA4 Blatt) und nutzt diese für willkürliche Interpretationsmöglichkeiten. Warum hat man sich nicht an die drei ortskundigen Naturschutz-Organisationen gewendet (den NABU-Bad Hersfeld, die Naturschutzgesellschaft Mittleres Fuldatal bzw. die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz HEF-ROF e.V.) Dort hätte man die richtigen Informationen erhalten. Frage: Wollte man voraussehbaren Unbequemlichkeiten aus dem Weg gehen? Im gleichen Zusammenhang unterstellt man dem NABU, dass er avifaunistische Belange „instrumentalisiert“, um (generell) WKA im Kreis zu verhindern. Die Forderung der Naturschützer geht jedoch dahin, den überörtlichen Vogelzugkorridor von Windkraftanlagen freizuhalten. Wenn man so wenige Bemühungen um reale Erkenntnisse, so wenig Sensibilität bei dem geplanten massiven Eingriff in Natur und Umwelt und so viel rücksichtlose Risikobereitschaft bedenkt, könnte das anvisierte Unternehmen unabsehbare Folgen haben. Wer auch immer sich dann noch eine solche Zukunftsvorhersage anmaßt: „Durch den geplanten Windpark im Wald oberhalb des Wehneberges wird es selbstverständlich zu keinem Massaker von Kranichen und anderen Vogelarten kommen!“ – Derjenige müsste schon davon überzeugt sein, dass er über hellseherische Fähigkeiten verfügt. Schlussendlich erlaubt man sich noch die „Vertrauensfrage“ – Oder trauen Sie uns das zu? Die Herren der Windkraft-KG sollten die Leserbriefe und die Kommentare dazu im Internet genau studieren. Hier wird eine Fülle von Problemfaktoren aufgezeigt: zu geringe Windkraft- überdimensionale Ausmaße der geplanten WKA quer zur Flugrichtung des Vogelzuges,- Wunder-Sensoren für Windräder, die sich sekundenschnell selbsttätig abschalten (diese müssten ggf. erst noch erst erfunden werden), –Eiswurf über mehrere hundert Meter → Sperrung des Geländes im Winter?- Ausrüstung der Windräder mit Blinklichtern;- Zerstörung des Waldes als Lebensraum und Naherholungsgebiet;-Gefahren für Tier-und Vogelwelt u.v.m Übrigens werden inzwischen Vermutungen laut, dass in Zukunft schon bald außer WKA noch bessere Möglichkeiten zur Stromgewinnung entwickelt werden könnten Unter diesen Gesichtspunkten müssten die Gesellschafter der Windkraft-KG durchaus damit rechnen, dass viele Bürger nur eine Antwort auf ihre Fragen hätten: Ja, das trauen wir Ihnen zu.

Ingrid Gebhardt
Bad Hersfeld

Kommentare