Mehr Rücksicht auf die Natur

Thema: „Bürgerwindpark Wehneberg“ Bez.: Informationsveranstaltungen, div. Berichte der ansässigen Presse. - Nach neuesten Erkenntnissen sollte eine Windkraft von mindestens sechs Metern pro Sekunde für eine wirtschaftliche Stromerzeugung vorhanden sein. Diese Grundvoraussetzung ist mit 5,5 Metern pro Sekunde am Wehneberg nicht gegeben.

Aber kein Problem: Man bezeichnet diesen Wert als „noch wirtschaftlich“ und plant dafür größere „Riesenrotoren“.

Wegen des Standortes „Wald“ müssen Schon mal 40m an Höhe zugelegt werden, und wegen der geringen Windkraft Baut man eben noch höher,( um möglichst viel Wind einzufangen.) In diesem Fall braucht man extrem große Riesenrotoren , die eine Nabenhöhe Von 140m, einen Rotordurchmesser von 117m, also eine Gesamthöhe von Ca. 200m haben. Davon werden acht Stück geplant. Zum Vergleich: Unser Kirchturm ist ca. 45m hoch.

Zum „Standort Wald“ Seit zwei Jahren sind Windkraftanlagen im Wald nicht mehr verboten (- was aber Auch keine Empfehlung bedeutet). In Hessen wurde bisher noch kein einziger „Waldwindpark“ gebaut (schon Gar nicht mit extrem hohen Riesenrotoren). Daher liegen auch keine Erfahrungswerte vor. In diesem Zusammenhang gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird hier ein Risikoreicher Versuch gewagt mit all seinen nachteiligen Auswirkungen für Umwelt Und Natur – oder Bad Hersfeld könnte als Vorreiter ein ökologisches Vorzeigeprojekt Gewinnen. –aber zu welchem Preis!!

Als selbstverständlich wird vorausgesetzt,

  1.  dass der Flächennutzungsplan geändert wird, der gegenwärtig im Stadtgebiet Windkraftanlagen verbietet.
  2. dass die Stadt Bad Hersfeld als Eigentümer des Stadtwaldes der „Windpark KG“das benötigte Gelände überlässt.

Zum „Vogelflug“ Man bezieht sich auf eine Karte aus dem Internet und entnimmt dieser (so Böhmer sinngemäss) : Die Kraniche fliegen im Fuldatal und nicht über den Wehneberg. Das Areal befindet sich außerhalb der Vogelfluglinie. Nun gilt Herrn Koinzer ein besonderer Dank, der in seinem Leserbrief (HZ 20.01.12) Endlich durch sein fundiertes Sachwissen die wirklichen Gegebenheiten des Kranichzugs Am Wehneberg aufzeigte. Bewohner und Besucher dieser Region erleben den Kranichzug jedes Jahr als Naturwunder. Alljährlich fliegen tausende von Kranichen In ihren arttypischen Formationsketten laut „trompetend“ über den Wehneberg. An witterungsgünstigen Tagen sind es oft mehr als 20 bis 30 Schwärme mit Durchschnittlich mindestens je 100 Tieren. Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass der Wehneberg direkt in der Vogelfluglinie liegt. (Im windstarken Flachland (z.B. Fehmarn) reichen schon 50m bis 80m hohe Windräder Zur effektiven Stromgewinnung aus. Diese können von den Kranichen leicht überflogen Werden. In den Mittelgebirgen haben die Vögel mit ganz anderen Schwierigkeiten Zu kämpfen.)

Hier könnte ein Windkraftpark mit Riesenrotoren für die Kraniche zur Todesfalle werden. Warum wird an diesem Standort „Wehneberg“ so beharrlich festgehalten. Es geht doch darum, die optimalsten Standorte zu finden, ggf. auch ausserhalb des Stadtgebietes. Höchste Rücksicht auf Umwelt und Natur, wissenschaftlich fundierte Risiko- und Nutzenabwägung sollten die Richtschnur sein. Hier würde sich eine Geldanlage mit Sicherheit lohnen.

Ingrid Gebhardt
Heinr.-Gutberletstr. 5
36251 Bad Hersfeld

Kommentare