Leichte Beute

Thema: Unzureichende historische Schulbildung fördert Attraktivität von Extremismus Jugendlicher - Weil Jugendliche im Geschichtsunterricht viel zu wenig über die Geschichte ihrer Wohn- und Lebensumwelt erfahren, werden sie gerade in diesem Umfeld schnell Opfer rechter oder linker Fallensteller am Rande unseres politischen Spektrums.

Gerade der kleine Erfahrungsbereich Heranwachsender und Jugendlicher wird von der an hehren Zielen ausgerichteten Geschichtsforschung arrogant beiseite geschoben, denn dort „geschieht ja eh nichts von historischer Relevanz oder Brisanz!“ Irrtum – gerade hier!

Dort, wo sich Kinder und Jugendliche zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln und Standpunkte beziehen, kommt es wesentlich darauf an, mit wem und durch wen sie ihre ersten diesbezüglichen Prägungen erfahren. Und eben dort stehen ihnen Eltern, Großeltern, Verwandte, Freunde, Bekannte und sonstige viele Zeitzeugen zur Verfügung, die ihnen vieles mitteilen können, im Rahmen dieser Fragestellung von Bedeutung und Belang für ihre gesellschaftspolitische Persönlichkeitsbildung.

Überdies eine viel zu wenig genutzte Möglichkeit, einen Dialog über Generationen hinweg aufzubauen. Wenn die Schule sie schon in ihrer Suche nach Orientierung nur unzureichend bedient, dann sollte zumindest das direkt erreichbare Umfeld zur Spurensuche genutzt werden. Gerade unbefriedigte Neugier und das Verlangen nach Hilfestellung bei der eigenen Standortbestimmung ist nämlich der Andockpunkt, den linke wie rechte Fallensteller gern nutzen, um suchende und fragende Menschen in ihrem Sinn zu bedienen. Haben solche Zeitgenossen erst einmal Anker geworfen, ist es oft schon zu spät.

Neben Kapitalismuskritik; Integrationspolitik; Multi-Kultur und Selbstverwirklichung gibt es noch viele andere Zentralbereiche, von existentiellerer Bedeutung für die Youngster in unserer Gesellschaft. Lassen wir sie gerade auf diesen Feldern nicht allein als leichte Beute politischer Extremisten!

Dr. Matthias Krafft
Vorm Lohn 6
Niederthalhausen

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