ISRAEL: Der Countdown läuft

Thema: Der iranische Besitz einer Nuklearbombe stellt nicht nur ein Sicherheitsproblem für Israel dar, sondern für den ganzen Westen und besonders aber auch für die Golfstaaten. Saudi-Arabien, die Türkei und auch Ägypten wären dann bald weitere nuklear bewaffnete Staaten.

Die Aushöhlung des „Nuclear-Non-Profileration-Treaty (NPT), der Vertrag zur Verhinderung weiterer atomar bewaffneter Staaten, wäre dann nicht mehr zu verhindern. Durch einen poly-nuklearen Nahen Osten wäre die atomare Balance durch die Großmächte, die rückblickend bisher durchaus friedenserhaltend funktionierte, erheblich gestört. Wegen mangelhafter und unausgereifter Nachrichten-und Kommunikationswege könnte im Nahen Osten eine militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Iran bald sehr schnell atomar eskalieren. Israel, das sich durch die bevorstehende Vollendung der „Iranischen Bombe“ in seiner nationalen Existenz massiv bedroht fühlt, hat für eine militärische Option (Israel besitzt selbst ca. 200 Atombomben und hat den NPT nicht unterschrieben) ein klar fixiertes Zeitfenster (April bis Juni) definiert, das auf einigen grundlegenden geheimdienstlichen Erkenntnissen (Mossad) und politischen Überlegungen beruht: Der Iran ist z.Zt. dabei, seine Urananreicherungsanlagen in schwer anzugreifende Bergregionen bei Quom zu verlegen. Mit dem totalen Abzug der amerikanischen Truppen am 31.12.2011 aus dem Irak hat sich das Fenster für eine israelische Militäraktion gegen den Iran bereits geöffnet, da der irakische Luftraum keiner Kontrolle mehr unterliegt. Israels starke Luftwaffe kann somit die kürzeste und direkte Route in den Iran nehmen. Israel kann bei einer Militäraktion zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass aus den USA kaum mit politischem Widerstand zu rechnen ist, da kein US-Präsidentschaftskandidat sich gegen einen Angriff aussprechen würde. Wenn der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak in der parlamentarischen Auseinandersetzung sich dahingehend äußert: „ Wer immer „später“ sagt (gemeint ist ein mögl. Militärschlag), wird bald feststellen müssen, dass „später“ zu spät ist.“ Deutschland befindet sich in der Frage einer israelischen militärischen Attacke gegen die iranischen Nuklearanlagen in einem riesigen Dilemma, da es aufgrund seiner Historie die Sicherheit Israels zur Staaträson erhoben hat. Andererseits ist es eine fundamentale Zielsetzung deutscher Außenpolitik, Kriege weltweit verhindern zu helfen. Man darf sehr gespannt sein, wie sich das deutsche Parlament bei einem israelischen Militärschlag verhalten wird.

Heinzjoachim Windrich
Birkenstr.7
36282 Hauneck

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