Alternative zur Raucherkarriere

Thema: E-Zigarette, Hz. Vom 18. Januar - Der Artikel in der Ausgabe vom 18.01.2011 ist annähernd inhaltsgleich auch in der weiteren Tagespresse erschienen und erscheint mir persönlich nicht unbedingt journalistisch tiefer gehend recherchiert.

Zunächst wird angeführt, dass nicht geklärt sei, welche Schäden und Nebenwirkungen drohen.

Hier ist klar zustellen: Auch das "Dampfen ist nicht gesund!" Gleichwohl ist es erheblich unschädlicher, als das Rauchen von Tabak! Gesund ist allenfalls das Atmen in reiner Gebirgsluft. Hierüber muss sicher nicht diskutiert werden.

Selbst die von Ihnen zitierte Frau Dr. Pötschke-Langer erklärt vom Grundsatz her: „Tabakrauch ist von solcher Giftlast, dass jedes andere Produkt besser wegkommt.“[1]

Interessant ist sicher auch, dass die Expertin erklärt hat, dass sie in einem Selbstversuch, bei dem zwei Mitarbeiter e-Zigaretten gedampft haben: "Ich hatte Atemwegsreizungen und ein Benommenheitsgefühl. Wäre aus der E-Zigarette nur Wasserdampf herausgekommen, wie gerne behauptet wird, hätten meine Kollegin und ich uns sicher besser gefühlt."

Auf die Nachfrage, dass dieser "Selbstversuch" als unwissenschaftlich kritisiert wird, wurde von ihr erklärt:"War es auch nicht. Es ist eine Anekdote. Bezeichnend ist aber, dass in den Blogs der E-Zigaretten-Konsumenten genau diese Nebenwirkungen beschrieben werden."[2]

In der gleichen Quelle erklärt Frau Dr. Pötschke Langer, auf die Frage, was sie von medikamentöser Behandlung halte:

"In Deutschland nehmen die wenigsten aufhörwilligen Raucher Medikamente. In England und in der Schweiz etwa ist das viel verbreiteter. Es wird Zeit, dass auch in Deutschland die Tabakabhängigkeit als Krankheit anerkannt wird und entsprechend behandelt werden kann."

Hier möge man sich - auch unter dem Hinblick auf die Aussage "Wir brauchen kein neues Nikotinprodukt auf dem Markt." seine eigene Meinung bilden.

Das Prophylenglykol (PG) Auswirkungen auf die Atemwege hat, wird sicherlich nicht bestritten. Die Auswirkungen des Zigarettenrauchs auf die Atemwege sind sicherlich wesentlich genauer erforscht und erheblich stärker[3].

PG und auch Glyzerin [VG] sind nach der Tabakverordnung [4] zugelassene Feuchthaltemittel und im Übrigen auch als ungiftig geltende Zusatzstoffe in verschiedenen Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten enthalten. Diese Substanzen werden auch zur Erzeugung von Disco- oder Theaternebel verwendet.

Die Behauptung, dass die e-Zigarette in der Schweiz verboten sei, tritt ebenfalls nicht zu. Fakt ist:"In der Schweiz ist es verboten, E-Zigaretten als Rauchstopphilfe anzupreisen; auch die WHO hat sich gegen eine solche Anpreisung ausgesprochen" [5]

Zu der von Ihnen angeführten FDA-Studie es gibt die Aussage von Prof. Carl Phillips:"Von einem wissenschaftlichen oder gesundheitlichen Standpunkt gesehen haben diese Ergebnisse keinerlei Bedeutung. Von einem politischen Standpunkt allerdings schon."[6]

Auch zu der Einstufung der elektronischen Zigarette als Arzneimittel gibt es eine Aussage von Prof. Dr. Wolfgang Voit (Sprecher der Forschungsstelle für Pharmarecht an der Philipps-Universität Marburg): "Der Vertrieb der E-Zigarette, die zu Genusszwecken und nicht zur Nikotinentwöhnung geraucht werden, kann deshalb nach dem Arzneimittelrecht nicht verboten werden."[7].

Ich könnte natürlich noch weitere Quellen anführen und auch darauf hinweisen, dass nicht alle Liquids 90 % PG enthalten, aber dies würde sicher im Ergebnis nur langweilen.

Für mich persönlich ist die Erfahrung, dass ich statt 40-50 Zigaretten am Tag "nur" noch 5 - 10 Stück rauche und der Raucherhusten und das "Rasseln" in den Bronchien nach nur zwei Wochen verschwunden ist. Die Niktotindosierung der Liquids habe ich auch um ein Drittel reduziert. Nach mehr als 30 Jahren "Raucherkarriere" habe ich vor etwa drei Wochen eine Alternative gefunden, tausenden giftigen Stoffen zu entsagen und mich gesundheitlich besser zu fühlen.

Es gibt viele Raucher, die der Zigarette entsagen wollen oder zumindest den Tabakkonsum reduzieren möchten. Für viele Menschen ist die elektronische Zigarette eine echte Alternative. Wenn behauptet wird, dass die Unschädlichkeit nicht erwiesen sei und deshalb Verbote ausgesprochen werden müssen, kann ich angesichts der Legalität der unzweifelhaft schädlichen Tabakzigarette nur noch mit dem Kopf schütteln.

Die Konsequenz eines Verbotes für die "Dampfer" wäre doch die Rückkehr zur Tabakzigarette mit all ihren nachgewiesenen schädlichen Auswirkungen.

Dies ist von der Politik in der Tat gewollt?

Dies wird von der Presse kritiklos übernommen?

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

auch wenn sie diesen Leserbrief nicht veröffentlichen möchten, wäre ich Ihnen dankbar, wenn sie die Hintergrundinformationen nochmals recherchieren würden, um ggf. auch einen weniger Vorurteilshaft geprägten Artikel der Öffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Kromm 
Untere Frauenstraße 11
36251 Bad Hersfeld

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