Jetzt Klarheit in der Intendantenfrage

Thema: Bad Hersfelder Festspiele

Die Festspielsaison 2018 endete passend mit einer rauschenden Gala.

Intendant Joern Hinkel zeigte Flagge und Statur, als er sich unmissverständlich zu den Ereignissen in Chemnitz äußerte. Das Publikum und das Ensemble dankten es ihm mit großer Zustimmung.

Überhaupt hat sich im Theatersommer 2018 etwas so nicht Vorherzusehendes ereignet. Wann immer der (vorerst) Intendant Joern Hinkel das Wort ergreift, ist das Publikum auf seiner Seite und begrüßt seine erkennbare Handschrift mit lebhaftem Beifall. Das soll wohl nicht nur heißen: „Gut gemacht, Respekt Herr Intendant!“, sondern auch: „Weiter so, Herr Intendant!“

Natürlich ist ein Blick auf die Abschlussbilanz und die maßgeblichen Zahlen zwingend. Was dazu bislang bekannt ist, verweist auf eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Festspielsaison. Beste Unterhaltung mit anspruchsvollen, amüsanten und berührenden Geschichten gingen einher mit musikalischen Höhepunkten auf der großen und der kleinen Bühne.

Das zeigt für uns: der neue Intendant hat Theaterinstinkt und erkennt Entwicklungspotentiale. Joern Hinkel hat die Probezeit mit Bravour bestanden. Der Intendantenvertrag läuft noch bis zum Jahr 2019. Bedauerlicherweise sind hinsichtlich einer Vertragsverlängerung Störgeräusche deutlich vernehmbar. Dieter Wedel rührt ganz ungeniert schon wieder die Trommel in eigener Sache. Und rund ums Rathaus? Ist der Ex-Intendant, der von sich selbst glaubt, er sei „nie weg gewesen“, das Objekt der Rückkehrträume des Bürgermeisters?

Die politischen Verantwortungsträger sparen mit klaren Ansagen und Aussagen. Dabei ist doch gerade jetzt der rechte Zeitpunkt. Das wäre auch ein Zeichen des Respekts gegenüber einer Vielzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer, deren Wunsch nicht ungehört bleiben sollte.

Klarheit bedeutete, jetzt Joern Hinkel das Signal zu geben, dass man ihm vertraut und mit ihm als Chef der Festspiele über 2019 hinaus weiterarbeiten will. Klarheit bedeutete auch, anzuerkennen, dass die Ära Wedel definitiv vorbei ist. Und zwar nicht nur ein bisschen.

Dem amtierenden Intendanten schließlich wäre zu wünschen, dass er endgültig aus einem langen Schatten heraustritt und seine neue Rolle folglich ganz und gar annimmt. Joern Hinkel sollte jetzt „springen“. Er könnte mit Erfolg im Rücken noch Vieles für die Bad Hersfelder Festspiele erreichen. Man darf hoffen, dass auch die Verantwortlichen bei Sponsoren, dem Land Hessen und dem Bund auf Joern Hinkel setzen und ihm Vertrauen schenken, wenn dies die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und ihre Repräsentanten mit Überzeugung tun.

Jutta und Friedhelm Großkurth, Christel und Reinhold Iffert,

Wolfgang Liers,

Daniel Peter,

Karl Weber,

alle Bad Hersfeld

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