Das Horn der Besserwisser

Thema: Zum Tage "Merkel gescheitert"

Es ist schon erstaunlich wie Tibor Pèzsa versucht, Frau Merkel wieder alle seiner Meinung nach falsche Entscheidungen anzulasten. (...) Herr Pèzsa hat wohl völlig vergessen, dass damals alle im Bundestag vertretenen Parteien dem Beschluss zugestimmt haben, den vor den Grenzen Ungarns dahinsiechenden Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen.

Nur einzelne Politiker haben sich dafür stark gemacht, Flüchtlinge am Übertritt der EU-Grenze mit Waffengenwald zu hindern. Selbst auf Kinder, so wurde vereinzelt gefordert, sollte an den Grenzen geschossen werden. Hat Tibor Pèzsa das etwa vergessen? (...) Dass die Bundeskanzlerin solche Entscheidungen an erster Stelle verkündet und nicht andere vorschickt, zeugt von Mut und dürfte gerade für Journalisten erklärbar sein. (...) Es würden viel weniger Wirtschaftsflüchtlinge kommen, wenn sich die Parteien einig wären, dass abgelehnte Asylbewerber Deutschland wieder verlassen müssen. Das verhindert nicht Frau Merkel, sondern mit aller Gewalt die Grünen, zuletzt in den „Jamaika“ Verhandlungen. Den Grünen nach sollen selbst abgelehnte Asylbewerber ihre Familien nachholen dürfen.

Ein Wirtschaftsflüchtling allein kann eine Zeit lang im Lager leben, dessen nachgeholte Familie mit Kindern usw. benötigen eine wesentlich stärkere Integration, benötigen Wohnungen, besuchen Schulen usw. Unser Grundgesetz regelt eindeutig, dass anerkannte Asylanten das Recht haben, ihre Familie nachzuholen.

Das kann man für sich selbst ablehnen, aber nicht verhindern. Nicht anerkannte Flüchtlinge bzw. Wirtschaftsflüchtlinge haben trotz der hartnäckigen Forderung der Grünen auch in den Jamaika-Verhandlungen kein Recht auf Familiennachzug, sie würden Deutschland auch überfordern. Solche Abschiebungen fordert auch die viel gescholtene Kanzlerin und will sie auch gegen die Grünen durchsetzen.

Tibor Pèzsa bläst in das Horn so vieler Besserwisser. Eine Politikerin zu verdammen, die trotz aller Schwierigkeiten und Anfeindungen Verantwortung übernimmt und weltweit hohes Ansehen genießt, ohne Alternativen zu benennen, ist heute zwar modern, aber nicht sachbezogen.

Mir ist im Gegensatz zu Pèzsa eine technokratisch agierende Politikerin an der Spitze der Regierung lieber, als Politiker wie Martin Schulz, der schon am Wahlabend beleidigt darauf reagiert, dass das Volk ihm seine vielfachen und unrealistischen Versprechungen nicht abgenommen hat. (...)


Norbert Kottmann

Schenklengsfeld

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