Für „Öko-Ideologen“ ist’s schwer

Thema: Verluste des Windparks Wehneberg

Ja, Medienkritik ist ein beliebtes Mittel, in der Öffentlichkeit unerwünschte       Berichte, die den eigenen Interessen zuwiderlaufen, anzugreifen. So geschehen in dieser Woche durch den Leserbrief von Jörg Benedik, veröffentlicht in der HZ am 26.10. Die Kritik wendet sich gegen die Berichterstattung des Redakteurs Karl Schönholtz über die Verluste der Stadtwerke Stuttgart beim Betrieb des Windparks Wehneberg.

Dieser hat nur daran erinnert, dass die Gründe für das schlechte Betriebsergebnis in der Planungsphase dargelegt und diskutiert wurden. Der Politik und den Behörden waren die nun zur Realität gewordenen Gegenargumente bekannt. Es scheint für einen Öko-Ideologen schwer zu ertragen zu sein, dass die Zahlen aus Stuttgart die Kritiker bestätigen und die Frage aufwerfen, ob die massiven Eingriffe in die Natur im Stadtwald berechtigt waren. Seinerzeit lag der Bau der Windkraftanlage selbstverständlich im vorrangigen Interesse der Hersfelder Kommunalpolitik wegen der optionalen Pachtzahlungen von rund oder mehr als 200 000 Euro pro Jahr. Die Faktoren, die zu dem schlechten Betriebsergebnis geführt haben, waren damals bekannt und sind gleichwohl wegen der wirtschaftlichen Interessen der Stadt vom Tisch gefegt worden; begleitet teilweise mit übler Nachrede gegen die Kritiker („faschistoide Argumente“).

Tatsache ist, dass die Optimierung der technischen Betriebsführung, die der Betreiber als Lösung des Problems ansieht, nicht dazu führen kann, dass mehr Wind weht. Herr Benedik sollte akzeptieren, dass das Windangebot in deutschen Mittelgebirgen in den letzten Jahren nun einmal nicht zugenommen hat. Gutachten verschiedener Institute belegen das. Allein diese Tatsache und die fehlenden Transportnetze werden die Perspektiven des Windparks nicht verbessern. (...)

Noch einmal: Es geht bei den Betrachtungen nicht um die Windenergie im Allgemeinen. Sie sollte jedoch nur dort zum Einsatz kommen, wo die Bedingungen dafür optimal sind: Genug Wind, Netze, minimale ökologische Belastungen, minimierte Lärmbelastung und Wahrung der Beteiligungsrechte der betroffenen Bevölkerung. Der Windpark am Wehneberg steht eher als Symbol für die Verletzung betriebswirtschaftlicher, ökologischer und demokratischer Vernunft.

Was also hat Karl Schönholtz als Redakteur falsch gemacht? Nichts! Er hat nur seine journalistische Arbeit gemacht, indem er berichtete und Fragen stellte.

Christof Coninx

Heenes

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