Fall für Weißes Haus

Online-Petition fordert Biebers Abschiebung

Eine Online-Petition in den USA fordert: Der kanadische Teenie-Star Justin Bieber soll abgeschoben werden.

Washington - Eine Online-Petition in den USA hat die Abschiebung des kanadischen Teenie-Stars Justin Bieber (19) gefordert. Nun muss sich sogar das Weiße Haus damit beschäftigen.

Neben Syrien, Iran und den anderen Krisenherden muss sich US-Präsident Barack Obama nun mit einer ungewöhnlichen internationalen Frage beschäftigen - den jüngsten Eskapaden des kanadischen Teenie-Stars Justin Bieber. Mehr als 100.000 Menschen haben bis zum Mittwoch eine Petition auf der Webseite des Weißen Hauses unterzeichnet, die eine Abschiebung Biebers verlangt. Damit überstieg die Zahl der Unterschriften die Schwelle, ab der Obamas Regierung zu einer Stellungnahme verpflichtet ist.

"Wir wollen, dass der gefährliche, rücksichtslose, zerstörerische und Drogen missbrauchende Justin Bieber aus den USA abgeschoben wird", heißt es in der Petition. "Er gefährdet nicht nur die Sicherheit unseres Volkes, sondern hat auch einen schrecklichen Einfluss auf die Jugend unserer Nation." Der Popsänger soll ein Visum der Kategorie O-1 besitzen, das Künstlern ein Arbeits- und Aufenthaltsrecht in den USA gewährt. Das Weiße Haus reagierte auf das Begehren zunächst nicht.

Justin Bieber: Vom Bubi zum Bad Boy

Justin Bieber: Vom Bubi zum Bad Boy

Der Sänger Justin Bieber ist ein Phänomen: Mit nur 19 Jahren blickt er auf eine fünfjährige Musikkarriere zurück und ist vom niedlichen Teenie-Schwarm zum Bad Guy geworden.

Justin Bieber wurde 1994 im kanadischen Ontario geboren. Seinen Nachnamen verdankt er seinem deutschen Urgroßvater, der aus Berlin nach Kanada emigriert war. Seine Gesangskünste stellte der damals 13-Jährige erstmals 2007 unter Beweis.

Damals lud er mehrere selbst gedrehte Videos bei YouTube hoch. Darin gab er Coverversionen von Ne-Yo, Stevie Wonder und seinem späteren Förderer Usher (im Bild) zum Besten. 2009 gelang ihm der weltweite Durchbruch, ein Jahr später folgte das Album "My World 2.0" mit der Single "Baby".

Schnell erkannten seine Manager, dass sich mit dem schnuckeligen Sänger nicht nur Musik verkaufen lässt: Neben den üblichen Fan-Artikeln wie T-Shirts und Bettwäsche hat Bieber auch eine eigene Nagellack-Linie, ein Parfüm und eine Justin-Bieber-Puppe auf den Markt gebracht.

Nur zwei Jahre später kam sogar ein Film über den niedlichen Teenie in die Kinos: "Never Say Never" spielte am ersten Wochenende in den USA 30 Millionen Dollar ein.

Seine Mutter Patricia "Pattie" Mallette zeigte sich stets sehr stolz auf ihren erfolgreichen Sohn und ging mit ihm zu Premieren und Presseterminen.

Schon als Jüngling begeistert Bieber weltweit seine - vor allem weiblichen - Fans, wie hier in Indonesien.

Der Welle der Aufmerksamkeit für den Sänger schlug so hoch, dass er seine eigene Wachsfigur im Kabinett von Madame Tussauds bekam - ein Fan küsst die Puppe seines Idols in Washington.

Auch Schauspielerin Sila Sahin hat sein Abbild in Wachs den Kopf verdreht - im deutschen Madame-Tussauds-Kabinett in Berlin.

Das Herz von Justin Bieber gehörte jedoch Disney-Sängerin und Schauspielerin Selena Gomez. Von Ende 2010 an waren die beiden Jungstars ein Paar, Ende 2012 trennten sie sich.

Bei "Wetten,. dass..?" saß Bieber auf Thommy Gottschalks Couch. Es war die unheilvolle Sendung mit Samuel Kochs verhängnisvollem Unfall.

Seine Stylisten ließen den jungen Herzensbrecher nie im Stich und setzten ihn abwechselnd als Gentleman oder jungen Rockstar in Szene.

Justin Bieber hat unzählige Musikpreise gewonnen: Von den MTV-Europe Music Awards über die Billboard Music Awards...

...bis zum deutschen Bambi in der Kategorie "Entertainment" sammelte er weltweit Auszeichnungen.

Seine Fans versetzt er mit perfekt inszenierten Bühnenshows in Extase: Kreischalarm bei den Mädchen, wann immer er auf die Bühne tritt.

2013 ging der inzwischen 19-Jährige mit seinem dritten Album "Believe" auf Welttournee.

Als Engel mit coolen Bass-Flügeln schwebte er auf die Bühne...

...und liefert den "Beliebern", wie er seine Fans nennt, eine Show mit Musik, Gesang und jeder Menge Tanzeinlagen.

Das sieht dann so aus.

Oder auch so.

Noch eine beliebte Geste im Repertoire des Sängers.

Im Laufe der Welttour zeichnete sich auch der Imagewandel des 19-Jährigen vom zarten Teenie zum Bad Boy im Pop-Business ab: Offener Marihuana-Konsum, Konzertabbrüche und Gewaltandrohungen gegen Paparazzi interpretierten Gewogene als Rock'n'Roll-Phase des spätpubertierenden Stars, kritische Stimmen sprachen vom Absturz nach dem frühen Ruhm.

Im selben Jahr nahm Bieber das niedliche Äffchen "Mally" als Haustier zu sich, ließ es jedoch in der Münchner Quarantäne zurück, als die deutschen Grenzkontrollen dem Tier die Einfuhr verboten. Inzwischen hat "Mally" eine neue Heimat im Serengeti-Park Hodenhagen in Niedersachsen gefunden.

Der Sänger ließ sich exzessiv tätowieren: 17 Tattoos zieren inzwischen den Körper des 19-Jährigen.

Die treuen "Belieber" finden sein neues Image cool und verzeihen ihm seine Exzesse. Auf Tour durch Südamerika machte sich Bieber hingegen wenig Freunde:

An einer Tunnelwand in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá verewigte er sich mit einem Graffiti, das später Sprayer unter Fan-Protesten übermalten.

Auch an Latina-Groupies herrschte kein Mangel: Der in seiner Heimat Kanada gerade volljährige Jungstar warf nach Berichten einer anwesenden Dame auf einem Bordell-Besuch mit Geldscheinen um sich und soll sich mehrmals mit Prostituierten vergnügt haben.

Der Kavalier genießt und schweigt - Justin Biebers vermeintliche Bettgefährtinnen waren jedoch auskunftsfreudiger. Anfang November filmte ihn das brasilianische Model Tati Neves schlafend, lud das Video auf Youtube hoch und plauderte über "Bestückung" und Liebeskünste des Sängers.

Eindeutig zu weit ging der zuletzt etwas abgehoben wirkende Star allerdings in Argentinien: Eine ihm zugeworfene Nationalflagge soll befördert er mit den Füßen von der Bühne. Diese Entehrung eines Staatssymbols kann ihm nach argentinischem Recht bis zu vier Jahren Knast einbringen. Ob der Kanadier ungeschoren davonkommt, bleibt abzuwarten.

Bieber war vergangene Woche im berauschten Zustand nach einem privaten Autorennen in einem Wohngebiet von Miami festgenommen worden. Der Mädchenschwarm soll unter dem Einfluss von Alkohol, Marihuana und verschreibungspflichtigen Medikamenten gestanden haben. Die Polizei erklärte, der 19-jährige Popstar habe sich bei seiner Festnahme "streitlustig" verhalten und sei ausfällig geworden.

Bieber wird Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss, Fahren ohne gültigen Führerschein sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Last gelegt. Nach mehreren Stunden hinter Gittern erlaubte vergangenen Donnerstag ein Haftrichter die Freilassung gegen eine Kaution von 2500 Dollar. Am 14. Februar soll die Anklage gegen Bieber verlesen werden. Der Sänger muss dazu nicht persönlich anwesend sein. Stellvertretend können auch seine Anwälte für ihn auf schuldig oder nicht schuldig plädieren.

AFP

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