Verleihung des Karl-Valentin-Ordens

Monika Gruber sagt Laudatio für Söder ab - „hochkarätiger“ Ersatz gefunden

Mega-Zoff am Deutschen Theater in München: Monika Gruber soll vom Chef beschimpft worden sein. Das hat Folgen für den bayerischen Ministerpräsidenten. Nun gibt es eine Wende.

  • Zoff am Deutschen Theater: Monika Gruber will dort nie wieder auftreten.
  • Sie sei von Chef Werner Steer beleidigt worden, schreibt die Kabarettistin in einem Brief an OB Reiter.
  • Gruber hat ihre Laudatio für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder abgesagt, nun gibt es offenbar einen Ersatz.


Update vom 13. Januar 2020: Die Narrhalla macht es spannend: Ein Ersatz für Monika Gruber als Laudatorin für Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Verleihung des Karl-Valentin-Ordens ist gefunden, lässt die Faschingsgesellschaft verlautbaren. 

„Wer das sein wird, ist eine Überraschung“, sagt Narrhalla-Präsident Günther Grauer auf Nachfrage unserer Zeitung. Erst am Tag der Ordensverleihung, also am 1. Februar, soll das Rätsel gelöst werden. So viel steht fest: Es handelt sich dabei laut Grauer um jemand „hochkarätiges“. Weitere Details ließ sich der Narrhalla-Chef nicht entlocken. Denkt man an frühere Laudatoren, könnte es sich um einen Politiker oder auch jemanden aus der Kabarett-Szene handeln – wie etwa Django Asül. Zahlreiche gemeinsame Maibock-Auftritte verbinden den Niederbayern mit Markus Söder. Letzterer hatte sich ja eigentlich Kabarettistin Monika Gruber für seine Lobesrede gewünscht. Doch wie berichtet (s. u.), hatte die Gruberin abgesagt, weil die Verleihung im Deutschen Theater stattfindet und sie mit Theater-Chef Werner Steer auf Kriegsfuß steht.

Monika Gruber sagt Laudatio für Söder ab - Gerüchte um prominenten Ersatz

Update vom 11. Januar 2020: Man bedaure Monika Grubers Ansage sehr, sagt Narrhalla-Sprecherin Beatrice Nawrath. Bei der Suche nach Ersatz stehe man mit Markus Söder in Kontakt. Der Wunsch des Landesvaters sei entscheidend.

Vorstellbar sei jemand aus der bayerischen Kabarett-Szene, etwa Günter Grünwald, genauso wie ein Politiker. „Es muss jemand Hochkarätiges sein“, sagt Kabarettist André Hartmann. Der ist im Fasching sowohl bei den Damischen Rittern als auch bei der Narrhalla aktiv. Für die Laudatio komme er aber nicht infrage. „Ich bin nicht bekannt genug“, sagt er. Bekannt wäre Django Asül. Doch der musste am Freitag passen: Das Gerücht, er könne einspringen, habe ihn noch nicht erreicht, sagte er auf Anfrage.

Unbekannte haben einen Lamborghini in München mit einem eindeutigen Hinweis versehen. Ihnen schwebt wohl eine eher ungewöhnliche SUV-Nutzung vor.

Monika Gruber nach Streit weiter sauer: „Verhalten des Chefs“ hält sie von Auftritt ab

Update vom 10. Januar 2020: Diese Reaktion hatte sich angedeutet. Monika Gruber wird nicht als Laudatorin für Markus Söder im Deutschen Theater auftreten (siehe Update vom 10. Dezember 2019). Im Zuge der Narrhalla-Gala soll dem bayerischen Ministerpräsidenten dort am 1. Februar 2020 der Karl-Valentin-Orden verliehen werden.

„Gerne hätte ich die Laudatio für unseren Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder bei der Verleihung des Narrhalla-Ordens gehalten. Das schlechte Verhalten des Chefs des Deutschen Theaters mir, seinem Personal und weiteren Kollegen gegenüber, hält mich jedoch davon ab“, gibt sich Gruber im Theater-Zoff gegenüber Bild unversöhnlich. Die kolportierten Beschimpfungen von Theater-Chef Werner Steer stoßen der Kabarettistin offenbar weiter sauer auf. An einem anderen Veranstaltungsort wäre sie für eine Laudatio bereit gewesen, erklärt Gruber.

Bei der Narrhalla bedauert man die Posse. „Wir können noch nicht sagen, wie wir den Abend gestalten“, äußert sich ein Sprecher. Eine Laudatio für Söder werde es aber in jedem Fall geben.

Nach Zoff am Deutschen Theater in München: Nicht sicher, ob Monika Gruber Laudatio halten wird

Update vom 10. Dezember 2019: Die Münchner Faschings-Gesellschaft Narrhalla verleiht jedes Jahr ihren Karl-Valentins-Orden an Prominente. Letztes Jahr gab es bereits einen Eklat, als Andreas Gabalier den Preis verliehen bekam. Er stand wegen seiner möglichen rechtspopulistischen, frauenfeindlichen und homophoben Tendenzen in der Kritik und sollte nach der Meinung vieler Menschen den Karl-Valentin-Orden nicht erhalten (Artikel vom 25. Januar 2019).

Söder hatte sich aber im Vorfeld ausdrücklich Monika Gruber als Laudatorin gewünscht. Gegenüber Bild gab Grubers Managerin Birgit Glethofer dazu ein Statement ab. „Es ist bekannt, dass Monika nach dem Eklat definitiv im Deutschen Theater keine öffentliche Veranstaltung mehr haben wird. Der Chef hatte seine Contenance nicht im Zaum. Ob sie jetzt die Laudatio dort hält, das müssen wir noch besprechen. Und es Anfang nächster Woche entscheiden“, sagte sie. Wäre der Streit nicht an die Öffentlichkeit geraten, hätte Monika Gruber „den Ball flach gehalten“, meinte Glethofer gegenüber Bild. Eine endgültige Entscheidung, ob sie nun die Laudatio halten wird, entscheide sich demnach nach den beiden ausverkauften Auftritten in der Olympiahalle am Mittwoch und Donnerstag (11. und 12.12.). 

Monika Gruber schließt ihr Programm „Wahnsinn!“ mit zwei Münchner Groß-Auftritten ab. Zuvor haben wir Bayerns erfolgreichste Kabarettistin zum Interview getroffen.

Im Streit mit dem Deutschen Theater: Monika Gruber und ein weiterer Promi beteiligt

Update vom 4. Dezember 2019: Ein weiterer bekannter Münchner Künstler hat Ärger mit dem Deutschen Theater. Musiker Roland Hefter begleitete Monika Gruber am 3. Oktober als Einheizer, als es im Anschluss an die Show zu einem Eklat kam (siehe Erstmeldung).

Hefter hatte sich offenbar bereits zuvor den Zorn von Werner Steer zugezogen. Gegenüber Bild formuliert der Theater-Chef schwere Vorwürfe. „Mein technischer Leiter sagte mir, Hefter klebt unangemeldet Plakate neben die Bühne“, berichtet Steer.

Mega-Zoff am Deutschen Theater in München: Monika Gruber und ein Kollege stocksauer

Der Münchner Liedermacher habe sich im Anschluss geweigert, die Plakate wieder abzunehmen und den Angestellten von oben herab behandelt: „Er zeigte ihm den Kontakt von Oberbürgermeister Dieter Reiter auf seinem Handy und sagte: ,Kennst du den, das ist mein persönlicher Freund. Ihr könnt mir gar nichts‘“. OB Reiter hatte Hefter im Vorfeld der Kommunalwahl 2020 einen Platz auf der Stadtratsliste der SPD gewährt, wie Merkur.de* berichtet.

Von Bild mit den Anschuldigungen konfrontiert, wiegelt Hefter ab: „Das ist gelogen! Totaler Blödsinn. Dass ich ihn (Reiter, d.Red.) kenne, ist kein Geheimnis. Aber dass ich mit ihm angeben soll, ist lächerlich“.

Auch ein Luxus-Auto spielt offenbar eine Rolle im Theater-Zoff. Laut Steer habe Hefter den Jaguar des Restaurants-Chefs zugeparkt. Auch diesen Vorwurf will der Liedermacher (52) nicht so stehen lassen: „Da habe ich vorher gefragt“.

Der WDR sorgte nun mit einem Klima-Song für einen echten Eklat: Den Lied-Text zu „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ und den WDR-Kinderchor-Auftritt im Video gibt es hier.

München: Monika Gruber angeblich von Theater-Chef beleidigt - Er widerspricht: „Eine Frechheit“

Erstmeldung vom 3. Dezember:

München - Monika Gruber will nie wieder am Deutschen Theater auftreten. Das hat die Kabarettistin aus dem Landkreis Erding Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in einem wütenden Brief mitgeteilt. „Ein solch rüdes, unhöfliches und indiskretes Verhalten ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen“, heißt es in dem Schreiben aus dem Bild zitiert.

Zur Vorgeschichte: Mit ihrem Programm „Wahnsinn“ gastierte Gruber am 3. Oktober 2019 am Deutschen Theater. Chef Werner Steer soll von Gruber vorab Umsatzpacht für ihren Fanartikel-Stand gefordert haben - dem wollte die Künstlerin nicht nachkommen. 

Streit am Deutschen Theater: Monika Gruber will hier nie wieder auftreten

„Daraufhin verweigerte Herr Steer (...) den Platz im Foyer für die Autogrammstunde samt Merchandising-Verkauf“, schreibt Gruber in ihrem Brief an OB Reiter. Die Entscheidung des Theater-Chefs habe sie dann auch dem Publikum mitgeteilt - was Steer offenbar gar nicht schmeckte. Im Anschluss an den Auftritt soll es zum Eklat gekommen sein.

Während ihrer Ankündigung habe sich Steer auch für das Publikum hörbar echauffiert, heißt es in Grubers Schreiben: „Die Gruber, die blöde Kuh, die spinnt wohl. Kassiert 70.000 Euro und führt sich dann so auf“.

München: Monika Gruber nach Auftritt beschimpft? Theater-Chef erzählt ganz andere Version

Gegenüber Bild streitet Steer die Vorwüfe vehement ab. Er habe Grubers Merchandising-Stand zu keinem Zeitpunkt verboten, die Umsatzpacht aber tatsächlich verlangt. „Die muss jeder zahlen“, stellt der 60-Jährige klar. Der Vorwurf, er habe Gruber als „blöde Kuh“ bezeichnet, lässt Steer jetzt noch zürnen: „Eine Frechheit. Das habe ich nie gesagt“. Er habe lediglich zum Ausdruck gebracht, dass Grubers Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprächen.

Der Theater-Chef kann sich offenbar nicht erklären, wie es zu einem derartigen Eklat kommen konnte. „Monika Gruber und ich kennen uns seit Jahren, wir hatten nie Probleme. Sie ist eine großartige Künstlerin, die wir gerne im Haus haben“, versucht Steer die Wogen im Nachgang etwas zu glätten. Steer stand auch in der Debatte um Fußball-Weltmeister Mesut Özil im Fokus. 

lks

Eigentlich hätte Monika Gruber derzeit allen Grund zur Freude: Der Ansturm auf die Karten für ihren Auftritt in der Olympiahalle (11. Dezember) ist riesig. Doch technische Probleme treiben die 48-Jährige zur Weißglut. Auf merkur.de* finden Sie auch einen Kommentar zu Söders Beliebtheit und den Sorgen der CSU.

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Rubriklistenbild: © dpa / Jörg Koch

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