Ärger im Vereinten Königreich

Kate und William erwarten drittes Kind - doch viele Briten sind jetzt sauer

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Normalerweise erfreuen sie sich in ihrem Heimatland größter Beliebtheit: Prinz William und Herzogin Kate.

Zunächst war die Freude über Kates Schwangerschaft groß - doch mittlerweile hegen zahlreiche Briten eine tiefe Abneigung gegen das ungeborene royale Baby. Ihr Ärger hat politische Gründe.

London - Kate und William erwarten königlichen Nachwuchs - schon wieder! Viele Briten waren vor Begeisterung zunächst kaum zu halten, als der Kensington-Palast die freudige Botschaft vor wenigen Monaten verkündete

Doch obwohl sich auf der Insel bekanntlich noch immer eine beachtliche Anzahl an Verehrern des altehrwürdigen, britischen Königshaus tummelt, scheint die anfängliche Euphorie über Kate Middeltons dritte Schwangerschaft mittlerweile allgemeiner Ablehnung, ja sogar Ärger zu weichen. Das berichten unter anderem der britische „Mirror“ und der „Independent“. Vor allem junge Mütter bringen ihre Wut auf das ungeborene Kind auf sozialen Netzwerken zum Ausdruck. 

Wie kann ein ungeborenes Baby solchen Hass auf sich ziehen?

Denn tatsächlich führt diese Schwangerschaft vor allem ihnen die Ungerechtigkeiten der konstitutionellen Monarchie Großbritanniens vor Augen. 

Für „Normalsterbliche“ gilt seit 2017 die Regel, dass Frauen ab dem dritten Kind kein Anrecht mehr auf finanziellen Zuschuss haben. Außerdem dürfen Mütter mit mehr als zwei Kindern keinen Universitätskredit für diese beantragen - es handelt sich hierbei um das vielerorts stark kritisierte „Zwei-Kinder-Limit“. 

Ausgenommen von dieser Regelung sind unter anderem nur Frauen, die ihr drittes Kind adoptierten, Zwillinge bekamen oder bei einer Vergewaltigung unfreiwillig schwanger wurden.

Auch Kate Middelton genießt wie gewohnt Steuervorteile

Neben den wenigen Frauen, die sich zu diesen Ausnahmefällen zählen dürfen, wird jedoch auch Kate Middelton nicht unter den Nachteilen des verhassten Zwei-Kinder-Limits leiden müssen. Denn diese ist auf den Zuschuss gar nicht erst angewiesen - das britische Königshaus finanziert sich nahezu ausschließlich aus den Steuergeldern der britischen Bürger. 

Eine ziemlich bittere Pille für brave Steuerzahler, die sich nun berechtigter Weise fragen: Warum sollte ich für ein weiteres „Royal Baby“ zahlen, während Mütter am Existenzminimum kaum mehr unterstützt werden? Die Twitter-Userin Remoaner prangert beispielsweise an: “Wenn Kate Middleton arm wäre, würde sie keine Steuervorteile beim dritten Kind genießen.“ 

Und auch der Nutzer Corbyn Conundrum macht seinem Ärger via Twitter Luft: „Die größten Schnorrer sitzen an der Spitze.“ 

Warum diese offensichtlich ungerechte Regelung nun einen Schatten auf die königlichen Elternfreuden wirft scheint nachvollziehbar. 

Doch womöglich sollten die Bürger ihren Frust nicht an den Royals und vor allem nicht an dem ungeborenen Baby rauslassen. Vielmehr sollte sich die britische Regierung ihrer geballten Kritik stellen - schließlich waren es nicht William und Kate, sondern die Tories, die das umstrittene Limit letztendlich durchsetzten.

sl

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