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„Ist ein Nazizeichen“: Jan Böhmermann fordert neues Apotheken-Logo in Deutschland

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Von: Matthias Kernstock

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Satiriker Jan Böhmermann (41) fordert von den deutschen Apotheken, sich ein neues Logo zuzulegen. In seinem Podcast „Fest & flauschig“ bezeichnete der gebürtige Bremer das Logo als „Nazizeichen“.

Bremen - „Weil die Nazis dahinter stecken“, begründet Satiriker Jan Böhmermann („Neo Magazin Royale“) seine Forderung an deutsche Apotheken, sich ein neues Logo zu überlegen. Ca. zehn Minuten widmete der Radio- und Fernsehmoderator am Wochenende dem Thema, während er in seinem Podcast „Fest & flauschig“ mit Musiker Olli Schulz diskutierte.

Schriftart des Apotheken-Logos zur Nazizeit eingeführt, so Böhmermann

Ab Minute 16 dreht sich alles um das angebliche „Nazisymbol“. Im Urlaub ist Jan Böhmermann aufgefallen, dass fast überall in Europa das grüne Kreuz vorherrscht.

Bei Instagram zeigte Jan Böhermann auch die ehemaligen Logos der Apotheken in Deutschland.
Bei Instagram zeigte Jan Böhermann auch die ehemaligen Logos der Apotheken in Deutschland. © Instagram Jan Böhermann

Nach kurzer Recherche habe der Journalist, der auch Filmproduzent ist, herausgefunden, dass die Schriftart des Apotheken-Logos „Fraktur“ zur Nazizeit eingeführt wurde: „Dieses Logo, was wir heute haben, wurde im Grunde genommen fast genauso im Jahr 1936 eingeführt“, erzählt Böhmermann im Podcast, wie apotheke-adhoc.de berichtet.

„Im Grunde genommen ist es eigentlich immer noch ein Nazizeichen, was da dranhängt an deutschen Apotheken“

Auf den Seiten des Deutschen Apothekenmuseums sei die Geschichte des von ihm kritisierten Logos näher erläutert. Das zunächst vorgeschlagene weiße Kreuz auf roten Grund war von der Schweizer Nationalflagge besetzt, erklärt Jan Böhmermann im Aufnahmestudio mit Olli Schulz.

Coronapandemie beschert deutschen Apotheken Rekordumsätze

Im Gegensatz zu den meisten Einzelhandelsunternehmen waren Apotheken – ebenso wie der Lebensmittelhandel – zu keinem Zeitpunkt während der Pandemie von coronabedingten Schließungen betroffen, wie das Bundesamt für Statistik in Wiesbaden berichtet. Der Dezember 2021, als für viele Ladengeschäfte Einschränkungen wie 2G oder 2G Plus galten, war für Apotheken der bislang umsatzstärkste Monat seit dem Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994: Sie verzeichneten preis-, kalender- und saisonbereinigt ein Umsatzplus von 1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat und von 18,1 % gegenüber dem Dezember des Vorkrisenjahres 2019.

Die „Drei-Löffel-Flagge“ im Bauhaus-Stil der neuen Sachlichkeit hat sich bekanntlich nicht durchgesetzt. Im von „Reichsapothekerführer Albert Schmierer“ ausgerufenen Wettbewerb machte das gotische A das Rennen, zunächst mit einem weißen Kreuz darin. Das ersetzten die Nazis später durch die Man-Rune.

„Nach dem Krieg haben sie die Rune einfach rausgenommen und die Schlange und den Kelch reingesetzt. Im Grunde genommen ist es eigentlich immer noch ein Nazizeichen, was da dranhängt an deutschen Apotheken“, so Böhmermann, der noch eine zweite Kritik am Logo äußert: „Und es sieht auch echt scheiße aus.“

Böhmermann: Satiriker und Enthüllungsjournalist

Am Ende der Diskussion über das Apotheken-Logo appelliert Jan Böhmermann: „Liebe Apothekerinnen, liebe Apotheker, ich weiß, ihr seid ja nicht so für Veränderungen, weil Veränderungen bedeuten immer auch schlechteres Geschäft, zumindest für Apotheker meistens. […] Aber könnte man da nicht mal was Geileres machen?“

Jan Böhmermann polarisiert gerne, das ist nicht neu. Doch auch Enthüllungen von Missständen gehören zum Repertoire des Satirikers. Anfang Mai geriet der Künstler Fynn Kliemann durch einen TV-Beitrag von Satiriker Jan Böhmermann wegen Verbindungen zu einer Textilfirma rund um das Geschäft mit Schutzmasken in die Kritik. Der YouTuber verließ das Kliemannsland danach sogar. Verwendete Quellen: apotheke-adhoc.de, Podcast „Fest & flauschig“, destatis.de

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