Elf Jahre nach Befreiung aus Verlies

Diesen Traum erfüllt sich Natascha Kampusch - doch sie erntet dafür auch Häme

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Die Wienerin Natascha Kampusch wurde als Zehnjährige am Schulweg entführt und acht Jahre in einem Keller festegehalten und misshandelt.

Natascha Kampuschs Flucht aus dem Verlies ihres Peinigers ist elf Jahre her. Jetzt verwirklicht sie sich einen langgehegten beruflichen Traum - wird dafür aber auch angefeindet. 

Natascha Kampusch (29) verwirklicht langgehegte berufliche Wünsche. Im September komme ihre erste Schmuckkollektion auf den Markt, sagte Kampusch der Deutschen Presse-Agentur in Wien. „Ich bin stolz, weil es ein langer Weg in Gedanken war.“

Seit sieben Jahre schlummere die Idee in ihr. Eine Goldschmiede-Lehre brach sie zwischenzeitlich ab, ließ sich aber trotzdem nicht beirren. Ihre Flucht aus dem Verlies ihres Peinigers ist inzwischen elf Jahre her. Von Kritikern, die jeden ihrer Schritte hämisch kommentierten, wolle sie sich ihre Berufswahl nicht schlechtreden lassen. „Ich will dem Staat nicht zur Last fallen und von Steuergeld leben.“

In Österreich ist Kampusch immer wieder Ziel von Anfeindungen, weil sie mit ihrem Schicksal Geld verdiene.

Eine Kette der fünfteiligen Schmuckkollektion von Entführungsopfer Natascha Kampusch.

Fünf Teile, darunter eine Kette und Ohrringe, verkauft Kampusch nun ab September. Die Blume - als Symbol ihres eigenen Lebens - zieht sich als Motiv durch die Stücke. Die Schmuckstücke kosten zwischen 70 und 90 Euro. Ein Teil der Einnahmen soll gespendet werden.

Natascha Kampusch wird als „ewiges Kind“ gesehen

Nächster Meilenstein im Leben der Wienerin sei ihr 30. Geburtstag im Februar, wobei sie mit dem Älterwerden etwas hadere. Sie freue sich aber darauf, künftig noch mehr als erwachsene Frau gesehen zu werden. Die Zuschreibung des „ewigen Kindes“ habe großen Schaden bei ihr angerichtet.

„Playboy“ und „Dschungelcamp“ fragten an

Auch über Angebote für Aufnahmen im Magazin „Playboy“ oder zur Teilnahme am RTL-Dschungelcamp ärgere sie sich. „Das ist wirklich eine Beleidigung.“ Sie sei immer noch Single, obwohl sie einen netten Mann kennengelernt habe. „Aber der war leider zu jung.“

1998 war Kampusch auf dem Schulweg entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller gefangengehalten worden. Im August 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht. Stunden später wurde der Entführer von einem Zug überfahren.

Die Zeit ihrer Gefangenschaft will sie nun endgültig hinter sich lassen und nicht mehr darüber reden. „Ich bin einfach froh, weil es ja nicht sicher war, ob ich das Ganze überleben würde.“

dpa

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