Wochenend-Kolumne von Kai A. Struthoff

Zwischen den Zeilen: „Wir-Gefühl“, große Projekte und die Ampel

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HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff.

In unserer Kolumne "Zwischen den Zeilen" schreibt Kai A. Struthoff diesmal über ein weitgehend unbekanntes Hessentagsprojekt und die Neuansiedlung im Schilde-Park.

Wer von Ihnen noch an dem Sinn, Zweck und Nutzen des Hessentags in Bad Hersfeld zweifeln sollte, dem empfehle ich ein Gespräch mit dem Chef der Staatskanzlei Axel Wintermeyer. Er brennt für das Landesfest und verspricht wahre Wunder für das „Wir-Gefühl“ und die Zukunft der Stadt: „Dauert zehn Tage, wirkt zehn Jahre“ – manchmal träume ich schon davon ... Aber vertrauen wir einfach mal darauf, dass Herr Wintermeyer, als Veteran vieler Hessentage, recht hat.

Verwundert waren allerdings auch wir, als der Staatsminister im HZ-Interview das „Wever-Gelände“ als Hessentagsprojekt anpries. Das war selbst unserem Lokalreporter Karl Schönholtz so noch nicht bewusst. Er hat sich dann schlaugemacht. Die Nachfrage bei Bauamtschef Johannes van Horrick hat allerdings ergeben, dass dieses Projekt von den Startlöchern noch ein gutes Stück entfernt ist: Aktuell läuft ein Ideenwettbewerb, dessen Ergebnisse allerdings noch im Laufe dieses Monates bekannt gegeben werden sollen. Das ist schon deshalb interessant, weil das Wever-Gelände Teil des neuen Sanierungsgebietes ist, das vom Ende der Breitenstraße mit der neuen Stadtverwaltung über den ehemaligen Herkules bis zur Ebert-Straße reicht. Ein weiterer Wettbewerb dreht sich übrigens um das künftige Stadtarchiv, das ja ebenfalls in diesem Bereich gebaut werden soll.

Ein wenig enttäuscht waren die Investoren der Firma Summacom, dass ich als einziger Journalist zum großen Pressetermin zur offiziellen Inbetriebnahme des neuen Call-Centers im Schilde-Park gekommen bin. Dabei ist diese größte Firmenansiedelung in unserer Region seit Langem nun weiß Gott kein Pappenstiel. Ein wenig unter Wert verkauft wurde in diesem Rahmen auch die gute Nachricht, dass die Konversion des Schilde-Geländes damit nun auch offiziell abgeschlossen wurde. Und auch das bislang – leider! – kränkelnde „wortreich“ soll nun dank vieler Summacom-Schulungen gut ausgelastet sein. Hoffen wir, dass sich das neue Herz von Bad Hersfeld auch weiter gut entwickelt.

Freud und Leid liegen aber manchmal dicht beieinander. Während die Summacom-Investoren vor Optimismus strotzen, scheint die Firma Verifone, die gerade erst ihr schickes neues Gebäude im Schilde-Park bezogen hat, in schwerer See zu sein. Wir hören Gerüchte über Entlassungen. Entsprechende Anfragen an die Verifone-Pressestelle wurden nicht beantwortet. Ein Anruf an höherer Stelle wurde mit beredtem Schweigen quittiert. Hoffen wir, dass sich diese Vorzeigefirma schnell wieder berappelt.

Kein Hessentags-Projekt, aber offenbar doch ein größeres Vorhaben soll nun pünktlich zum Landesfest doch noch ein glückliches Ende nehmen. Die „schiefe Ampel von Hersfeld“ soll bis zum Hessentag wieder gerade stehen, versicherte mir Stadtsprecher Meik Ebert, der sich dafür in einem persönlichen Gespräch mit Hessen Mobil eingesetzt hat.

Na dann: Grünes Licht für den Hessentag! (kai)

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