Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Hitzige Zeiten

HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff

Alle reden vom Wetter. Wir an dieser Stelle nicht – ausnahmsweise. Obwohl die Hitzewelle und vor allem die Dürre inzwischen schon besorgniserregend sind.

Mir tun vor allem unsere Landwirte leid, die mal wieder besonders unter den Klimaextremen leiden. Hoffentlich wird ihnen schnell und unbürokratisch geholfen!

Zum Tag der Pressefreiheit im Mai hatten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, gefragt, wie Ihnen unsere Zeitung gefällt, und was wir verbessern können. Verbunden war die Umfrage mit einer Verlosung, deren Gewinner wir in dieser Woche prämiert haben. Aber auch allen anderen vielen Dank für ihre Unterstützung. Die Resonanz war groß und die Ergebnisse durchaus ermutigend.

Der überwiegende Teil der Teilnehmer findet unsere Zeitung glaubwürdig, sympathisch und unverzichtbar. Besonders beliebt sind natürlich die Berichte aus dem Landkreis, vor allem über Politik, Festspiele, Veranstaltungen und Vereine. Auch die Beiträge aus dem Altkreis Rotenburg kommen – natürlich je nach Thema – gut an. Gewiss, es gibt auch Leser, die halten uns für provinziell. Und ein älterer Herr schrieb, er wünsche sich vom Chefredakteur mehr Kommentare mit Biss.

Mit bissigen Kommentaren ist das freilich so eine Sache. Das können wir jeden Tag bei Facebook nachlesen, wo – oft unter dem Mantel der Anonymität, immer häufiger aber auch unter Klarnamen (was noch verstörender ist) – geschimpft, gepöbelt und verunglimpft wird.

Jüngstes Beispiel waren die Kommentare zum Angriff auf die beiden Bundeswehrsoldaten am Mittwochmorgen. Um hier nicht missverstanden zu werden: Natürlich ist es unfassbar, dass ausgerechnet junge Bundeswehrsoldaten, die angetreten sind Schwachen und Schutzlosen zu helfen, attackiert werden. Und selbstverständlich müssen die Täter dafür angemessen bestraft werden. Aber die Vorverurteilungen und rassistischen Ausfälle gehen gar nicht. Wir haben deshalb einige dieser Kommentare gelöscht – und werden das weiterhin tun. Die Meinungsfreiheit endet auch bei uns dort, wo andere Menschen beleidigt und verleumdet werden.

Natürlich hat auch die Polizei mit ihrer seltsamen Täterbeschreibung von „gebräunter Haut“ den Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Inzwischen wurden diese Angaben präzisiert, und es gibt erste Hinweise. Hoffen wir, dass die Täter schnell gefasst werden, bevor dem Ersten in dieser aufgeheizten Atmosphäre die Sicherung durchbrennt.

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