Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Ulk-Nudel, schiefe Ampeln und Frau Prof.

Um Ingrid Steger, Fachwerkhäuser und Elke Hesse geht es in der aktuellen Wochenendkolumne der Hersfelder Zeitung.

Sorge um Ingrid Steeger“ lautete gestern die Schlagzeile in der Bild-Zeitung. Angeblich droht der 71-jährigen Schauspielerin die Zwangsräumung ihrer kleinen Münchener Wohnung, von zunehmender Verwahrlosung ist die Rede. Mit Sorge hören wir das auch in Bad Hersfeld. Denn die beliebte Schauspielerin, die wohl so manchem jungen Mann meiner Generation in den 1970-Jahren schlaflose Nächte angesichts ihrer freizügigen Auftritte als „Ulk-Nudel“ in „Klimbim“ bereitet hat, ist eine der prominentesten Schauspielerinnen im diesjährigen Festspielensemble. Von den Festspielen gibt es zu der Bild-Meldung „keinen Kommentar“, man habe nur durch die Medien von Steegers angeblichen Probleme erfahren. Was das für ihr Engagement in Joern Hinkels „Prozess“ heißt, ist offen. Der Intendant hatte Steeger erst vor einem Jahr in einer Komödie auf der Bühne gesehen und war so begeistert, dass er sie engagiert hat. Wir drücken der „himmlischen Tochter“ jedenfalls ganz fest die Daumen und hoffen sehr, Ingrid Steeger gesund und munter in Bad Hersfeld zu sehen!

Sorgen machen sich viele Hersfelder Bürger auch um die schönen alten Fachwerkhäuser, die unser Stadtbild prägen. Leider sind viele davon in einem schlechten Zustand – so wie in der Unteren Frauenstraße. Wie berichtet sind dort bereits Gebäude eingestürzt – ob gewollt oder nicht, das mögen Experten entscheiden. Leser unserer Zeitung sorgen sich auch um das Haus Nr. 8, vor dem zwei Stolpersteine an das traurige Schicksal der einstigen jüdischen Bewohner, der Familie Nussbaum, erinnern. „Kann man diese Gebäude nicht erhalten, sinnvoll nutzen und an die früheren Besitzer, die Hersfelder Bürger und gute Deutsche, aber jüdischen Glaubens waren, erinnern“, fragt eine ältere Leserin, die die Nussbaums noch persönlich kannte. Gewiss, Denkmalschutz ist teuer, zuweilen sind die Auflagen sehr streng. Und manchmal sehnt man sich nach etwas Neuem. Trotzdem sollten wir die reiche Geschichte unserer Stadt bewahren, bevor es zu spät ist.

Wohl kaum ein Thema hat zuletzt für so hitzige Debatten gesorgt, wie die neue Ampel an der Friedloser Straße Ecke Wever- und Bahnhofstraße, an der es immer wieder zu langen Staus kommt. Hessen Mobil beharrt darauf, dass die Anlage „nach den Bedürfnissen des Verkehrsflusses geschaltet ist und und dem Stand der Technik entspricht“. In der vergangenen Woche nun „schraubte“ Hessenmobil an der Ampelanlage am Stadtring Höhe Schillerplatz herum, was aber nichts mit der anderen Ampel zu tun hatte. Grund war nach Auskunft der Verkehrsbehörde ein defekter Blindenschalter. Jetzt funktioniert die Ampel wieder. Die „Schiefe Ampel von Hersfeld“ indes wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. Die Reparatur muss ausgeschrieben werden.

Aus einem schönen Anlass wurde unser Geschäftsführer Markus Pfromm vom österreichischen Bundeskanzleramt nach Wien eingeladen: Die Verleihung des Berufstitels Professorin an Elke Hesse! Die energiegeladene frühere Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele hat dort in den vergangenen Jahren mit Geschick, Kreativität und einem tollen Team das MuTh, was für Musik und Theater steht, als Konzertsaal der Wiener Sängerknaben mit vielen weiteren Angeboten zu einer international beachteten Erfolgsgeschichte gemacht. Am 8. April bekommt sie auch dort die Urkunde verliehen. Klasse!  

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