Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Termine, Hinweise und neue Jacken

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Karl Schönholtz

Über das Überangebot an Großveranstaltungen am kommendne Wochenende, Geschichten, die dann doch keine waren und das nahende Lullusfest schreibt Karl Schönholtz. 

Wer geglaubt hat, beim Hersfelder Hessentag sei viel los gewesen, der hat die Terminschwemme dieses und des nächsten Wochenenden noch nicht gesehen: Am 7. und 8. September ist der Kalender derart voll, dass zu befürchten ist, dass sich Publikumsveranstaltungen gegenseitig die Besucher wegnehmen. Zu vermuten ist, dass mancher Organisator wegen des Hessentages im Juni auf die Zeit nach den Sommerferien ausgewichen ist. In vielen Dörfern wird so etwas im Vorfeld abgestimmt. Das ist in der Stadt schwieriger, aber vielleicht doch machbar.

Niemand arbeitet gerne für den Papierkorb. Aber in unserem Redaktionsalltag kommt es immer wieder vor, dass am Ende der Recherche die Erkenntnis steht: Für einen Zeitungsbericht reicht das nicht. Ein aktuelles Beispiel: Ein Leser weist uns auf eine angeblich riesige Baugrube im Bad Hersfelder Stadtteil Petersberg hin und fragt, was dort wohl entstehen soll. Unsere Nachfrage ergibt, dass die Grube tatsächlich recht groß, das Bauvorhaben aber ein rein privates innerhalb der Grenzen des Baurechts ist. Also eher kein öffentliches Interesse, also auch keine Story. Zweites Beispiel: Bei den Kanaluntersuchungen und -sanierungen auf dem Johannesberg wurde offenbar ein gerade erst verfüllter und asphaltierter Abschnitt wieder aufgerissen. Tatsächlich ist hier ein Fehler passiert, die Deckschicht wurde zu früh aufgetragen. Nicht schön und misslich für Betroffene und Beteiligte, aber sicher kein Skandal, der unbedingt in die Zeitung muss. Also für die Tonne gearbeitet? Nicht ganz. Denn zu einem wesentlichen Teil lebt die Redaktionsarbeit auch von solchen Hinweisen unserer Leser. Unsere Reporter können ja nicht überall sein. Auch wenn nicht jeder Hinweis ein Volltreffer ist, oft genug wird ja doch etwas draus – und wenn es ein Absatz in dieser Kolumne ist.

Die Bad Hersfelder Stadtverordneten wollen im Lolls-Festzug künftig erkennbar sein: Parlamentschef Lothar Seitz regte die Anschaffung von einheitlichen Jacken mit einem Emblem zum günstigen Rabattpreis an. Allerdings erst für Lolls 2020. Für dieses Jahr kommt die Idee zu kurzfristig: Da sollen die Damen und Herren weiße Oberteile zu schwarzen Röcken oder Hosen tragen.

VON KARL SCHÖNHOLTZ

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