Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Probleme, Krach und Glück

+
Karl Schönholtz

Die unendliche Geschichte der Suche nach einem neuen Standort für das Bad Hersfelder Stadtarchiv geht überraschenderweise noch ein bisschen weiter. Die vergebliche Suche nach einem verfügbaren Fördertopf für die Sanierung des ehemaligen Ordnungsamtes am Markt stellt die Stadtpolitiker vor neue Probleme.

Die betreffen nicht alleine den jetzt ersatzweise angedachten Neubau im Sanierungsgebiet am früheren Herkules-Markt in der Antoniengasse, sondern auch das Haus Markt 16. Denn wenn dort nicht das Archiv untergebracht wird, muss die Frage der Nachnutzung neu beantwortet werden. Ein Leerstand an derart exponierter Stelle, womöglich der Verfall eines Denkmals – das ist kaum vorstellbar. Doch eine andere Idee als die des Archivs war für dieses Gebäude zuletzt nicht mehr im Gespräch.

Hinter den Kulissen der „Bürger für Ludwigsau“ kracht es offenbar gewaltig. So haben bereits zwei Mandatsträger der Ludwigsauer Opposition ihr Mandat niedergelegt. Am letzten Dienstag hat Stephan Braun, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe mit dem vielversprechenden Namen, in einer Ausschusssitzung den Ludwigsauer Bürgermeister Thomas Baumann beschuldigt, „gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung, die Hessische Gemeindeordnung“ und vieles mehr verstoßen zu haben. 

Braun lag dabei – wie leider des Öfteren – im Inhalt ebenso wie im Ton völlig daneben. Baumann, der seit 24 Jahren im Amt ist und im August dieses Jahres ausscheidet, verzichtet wohl nur deshalb auf eine Strafanzeige, weil er Braun ohnehin nicht sonderlich ernst nimmt. Jetzt ist es sogar Brauns Parteifreunden zu viel geworden. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von „ernsten Konsequenzen“, die das erneute Fehlverhalten des Fraktionsvorsitzenden nach sich ziehen müsse.

Glück im Unglück hatten Bewohner und Nachbarn eines Hersfelder Seniorenheims, als vergangene Woche die wilde Friederike ihr Unwesen trieb: Der Orkan riss die Pergola einer Dachterrasse aus ihrer Verankerung und verteilte die Trümmer großzügig auf dem Grundstück, dem Gehweg und der Straße. Wie durch ein Wunder wurde von den herumwirbelnden Teilen niemand getroffen, also auch niemand verletzt. Zwar ist während des Sturms niemand ohne Not draußen unterwegs gewesen, doch mitten in der Stadt rechnet man natürlich auch dann nicht mit fliegenden Holzbalken.

Kommentare