Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Konsequenzen, Platzprobleme und ein Fehler

Über einen Schülerstreich und seine Folgen schreibt Karl Schönholtz in der Kolumne "Zwischen den Zeilen. 

Als im März dieses Jahres während der Abiturprüfungen in der Modellschule Obersberg eine Bombendrohung einging, war erst die Aufregung groß und dann die Empörung, als herauskam, dass es sich um einen völlig überzogenen „Schülerstreich“ gehandelt hatte. Doch wie das so ist: Kein Mitschüler ist deshalb durchs Abi gefallen, dann kamen der Hessentag und die Sommerferien – und schon war die Angelegenheit zumindest in der Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten.

Dabei haben in dieser Sache sogar die Hersfelder Kripo und die Staatsanwaltschaft in Fulda gegen die fünf beteiligten Schüler ermittelt. Paragraph 126 des Strafgesetzbuches, „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ war die passende Vorschrift. Doch das Verfahren ist mittlerweile eingestellt. Wie Staatsanwalt Patrick Greyer, der stellvertretende Pressesprecher der Fuldaer Anklagebehörde, auf unsere Nachfrage mitteilte, hatte sich den jungen Leuten ein Vorsatz nicht nachweisen lassen.

Ein reumütiger Auftritt vor der Bad Hersfelder Jugendrichterin bleibt den Bombendrohern somit erspart, denn strafrechtlich ist der Fall nun abgeschlossen.

Ganz ohne erzieherische Konsequenzen blieb die doofe Idee jedoch nicht. Karsten Backhaus, Leiter der Modellschule, sprach von „verschiedenen pädagogischen Maßnahmen“, die seitens der Schule ergriffen wurden, darunter Sozialstunden. „Für uns ist die Sache jetzt erledigt“, versicherte Backhaus.

Der Aufruf des Bad Hersfelder Stadtverordneten Jochen Kreissl, über eine Abwahl von Bürgermeister Thomas Fehling nachzudenken, hat erwartungsgemäß für Diskussionen gesorgt, natürlich auch auf Facebook und wie dort leider üblich, in vielen Fällen in Stammel-Deutsch und grottiger Rechtschreibung. Was mir dabei aufstößt, sind die unqualifizierten persönlichen Angriffe: Kreissl als „Möchtegern-Anwalt“ zu diskreditieren, ist – mit Verlaub – Kappes. Kreissl ist Anwalt. Punkt. Ein respektierter Jurist noch dazu.

Seine politische Arbeit und seine Ansichten haben damit nichts zu tun. Aber es ist wahrscheinlich ein frommer Wunsch, wenn man von den Facebook-Kommentatoren erwartet, nicht das Eine mit dem Anderen zu vermengen.

Die Schilde-Halle war der SPD zu teuer, die Stadthalle am Ende auch zu klein: Vom eigenen Erfolg überwältigt sind die Sozialdemokraten mit ihrer Kandidaten-Schau für den Parteivorsitz von Bad Hersfeld nach Baunatal umgezogen. 540 Plätze hätten in der Stadthalle zur Verfügung gestanden, hat uns ein Mitarbeiter aus dem Technischen Rathaus zugerufen. Dort hat man selbstverständlich versucht, die aufsehenerregende Parteiveranstaltung in der Stadt zu halten. Weil aber jetzt schon mehr als 400 Anmeldungen vorliegen und die Baunataler Halle eine Kapazität von 800 Plätzen hat, wollte die SPD wohl auf Nummer ganz sicher gehen.

Apropos Technisches Rathaus: Dort war man wenig amüsiert, als in der Kolumne vom vergangenen Samstag etwas über einen Fehler auf einer Baustelle im Zusammenhang mit Kanalarbeiten auf dem Johannesberg zu lesen war. Zwar ging es thematisch um etwas ganz anderes, aber die Empfindlichkeit war so groß, dass ich um eine Richtigstellung gebeten wurde.

Bitte sehr: Auf besagter Baustelle ging es nicht um den Kanal und damit den städtischen Abwasserbetrieb, sondern um eine Wasserleitung, die Sache der Stadtwerke ist. Alles wieder gut?

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