Carpe diem – nutze den Tag!

Zwischen den Zeilen: Klinik, Kinder und Karriere

Um Klinik, Kinder und Karriere geht in es der aktuellen Kolumne von Kai A. Struthoff.

Landrat Dr. Michael Koch hat für kommenden Donnerstag den Kreisausschuss und den Kreistag eingeladen, um die politischen Gremien über die Notwendigkeit weiterer Finanzhilfen für das Klinikum zu informieren. Wie bereits mehrfach berichtet, schreiben fast alle kommunalen Kliniken aufgrund der politischen Rahmenbedingungen rote Zahlen. Auch das benachbarte Klinikum Fulda wird das Jahr 2019 wohl mit einem Defizit in Millionenhöhe abschließen. Im städtischen Haushalt von Fulda sind für 2020 Finanzspritzen von rund 15 Millionen Euro veranschlagt – unter anderem für Baukosten, aber auch für die Liquiditätsreserve.

Von ähnlichen Summen darf man wohl auch für unsere Kreiskliniken ausgehen. Schwierige Zeiten. Und wichtige, weitreichende Entscheidungen für unsere Kreispolitiker. Denn ohne weitere Finanzspritzen dürfte bei der medizinischen Versorgung hier im Kreis einiges auf dem Prüfstand stehen.

Wie wichtig eine gute Gesundheitsversorgung ist, zeigt die für mich schönste Nachricht seit langer Zeit: Der junge Mann aus Bad Hersfeld, der an einer lebensbedrohlichen Knochenmarkerkrankung leidet, hat seine Stammzellen-Transplantation gut überstanden! Sie erinnern sich: Die Obersbergschulen hatten im Dezember eine große Typisierungsaktion für ihren ehemaligen Mitschüler organisiert. Jeder potenzielle Spender kann Leben retten. Letztlich war es der jüngere Bruder des Erkrankten, dem Stammzellen entnommen wurden. Sie werden hoffentlich bald die neuen, lebensrettende Blutzellen produzieren. Die erleichterten Eltern, die diese schöne Nachricht mit uns teilen, stehen ihrem Sohn in den schweren Stunden bei. Drücken wir fest die Daumen, dass der Genesungsprozess weiter gut verläuft!

Über gute Nachrichten dürfen sich auch die Eltern von Simon Stache aus Asbach freuen. Der hochtalentierte junge Mann, der an der renommierten Royal Academy of Dramatic Art in London – DER Kaderschmiede für viele weltberühmte Schauspieler – ausgebildet wurde und seither unter anderem als Shakespeare-Darsteller auf englischen Bühnen Erfolge feiert, soll im Sommer eine Hauptrolle im „Club der toten Dichter“ in der Stiftsruine spielen.

2008 stand er dort in Torsten Fischers Inszenierung der „Jungfrau von Orleans“ als Statist auf der Bühne. Der 29-jährige, jünger wirkende Simon ist ein sympathischer, feinfühliger junger Mann. Er scheint die Idealbesetzung für die Rolle des Internatsschülers zu sein, der hin- und hergerissen ist zwischen strenger Disziplin und seiner Liebe zur Literatur.

Die Festspiele wollen die Personalie noch nicht bestätigen, es geht noch um Verträge, Sperrtermine und andere Absprachen. Offiziell soll das Ensemble im März vorgestellt werden. Bis dahin gilt das Motto der toten Dichter: Carpe diem: Nutze den Tag – oder das Wochenende!

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