Kolumne am Wochenende

Zwischen den Zeilen: Ein Bekannter, eine Absage und Missverstehen

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HZ-Redakteur Karl Schönholtz.

Um den neuen NVV-Chef Steffen Müller, die Lollsteufel-Verbrennung und böswillige Kommentare geht es in der aktuellen Kolumne von HZ-Redakteur Karl Schönholtz.

An der Spitze des in Kassel ansässigen Nordhessischen Verkehrsverbundes NVV steht seit dem vergangenen Dienstag ein Mann, der sich im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bestens auskennt: Steffen Müller, Sohn des langjährigen Wildecker Bürgermeisters Willi Müller, hat mit Monatsbeginn die Geschäftsführung übernommen. Für uns hat das den Vorteil, dass man ihm manche Situationen und Probleme nicht lange schildern muss, weil sie Steffen Müller längst bekannt oder vertraut sind. Auch drückt er sich nicht vor Eingeständnissen, wenn etwas noch nicht so rund läuft. Wir hatten Gelegenheit, gleich an seinem ersten Arbeitstag als Chef mit Steffen Müller zu sprechen. Unser Interview lesen Sie dann in der Montagsausgabe unserer Zeitung.

Die Lollsteufel-Verbrennung erhitzt die Gemüter: War nach dem Ausstieg des bisherigen Organisators schon ein heftiger Streit darüber entbrannt, wie traditionell diese Veranstaltung in den Traditionen des Lullusfestes einzuordnen ist, so bietet nun die Absage des Nachfolge-Veranstalters neuen Gesprächsstoff, zumal hier offenbar auch ganz Privates eine Rolle spielt. Unter diesen Umständen ist der vorläufige Verzicht auf diesen ja nicht ganz unumstrittenen Programm in diesem Jahr folgerichtig.

Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete, hatte es nur gut gemeint. Weil Viele von uns aus den verschiedensten Gründen nicht dort leben und arbeiten, wo die Ursprünge ihrer Familien beheimatet waren, hat sie sich im Kreistag bei der Definition des Begriffes „Migrationshintergrund“ unter Berufung auf die eigenen Vorfahren als „Rucksackdeutsche“ geoutet. Das hat bei Überempfindlichen und Böswilligen Kommentare provoziert – zumeist in den sozialen Netzwerken und von übler Tonart –, die Künholz’ Grundgedanken von Verständnis und Brückenbauen geradezu ins Gegenteil verkehrt haben. Mein Eindruck: Da wurde die Stellvertreterin des Landrats von einigen mit Fleiß missverstanden und in eine Ecke gestellt, in die sie nun wirklich nicht gehört.

Und hier noch ein Sätzchen zu den vor dem Hessentag installierten Zugzielanzeigen im Bad Hersfelder Bahnhof: Nachdem nun endlich auch die alten Laufbänder der Fahrgastinformationen abmontiert worden sind, gibt es keine nervigen, weil um Sekunden zeitversetzte Doppel-Ansagen über die Lautsprecher mehr. Wenn jetzt noch die ICE-Züge etwas pünktlicher werden, ist alles gut.

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