Zwischen den Zeilen: Glück, Service, Sorge

Karl Schönholtz

Hersfeld-Rotenburg. Bei der Themenplanung in unserer Redaktion haben wir vor wenigen Wochen überlegt, in den heimischen Sportgeschäften nach der Sinnhaftigkeit von Skiausrüstungen im Sortiment zu fragen.

Damals waren die Temperaturen fast schon frühlingsmild, und selbst in vermeintlich schneesicheren Skigebieten waren die Hänge grün.

Weil immer etwas Aktuelles dazwischen gekommen ist, hat sich die Umsetzung der Geschichte jedoch verzögert - zum Glück! Seit Tagen ist es schon knackig kalt, der Eisenberg mal wieder ein Skiparadies, das um die Ecke liegt. Wer die Bilder vom vergangenen Wochenende gesehen hat, der hätte den angedachten Bericht als schlechten Witz empfunden.

Seit September ist meine Tochter im Ausland und wollte deshalb ihren Handy-Vertrag vorübergehend stilllegen. Mein Schreiben an ihre Telefongesellschaft vom 16. Juli blieb zunächst unbeantwortet. Im Hersfelder Geschäft ihres Anbieters, wo wir den Vertrag abgeschlossen hatten, wurde mir beim ersten Vorsprechen beschieden, die Sache dauere noch, beim zweiten Mal im Dezember erklärte man sich für nicht mehr zuständig und verwies an ein Service-Telefon.

Auf Warteschleifen mit Dudelmusik und fünfmaliges Wiederholen meines Anliegens hatte ich jedoch keine Lust. Ich habe den Vertrag sofort gekündigt und den Mitarbeitern im Laden gesagt, was ich von einem derart grottigen Umgang mit Kunden halte. Man hat mir nicht widersprochen, sondern mit dem Ausdruck des Bedauerns Recht gegeben.

Vor einigen Tagen bekam ich nun doch noch Post vom Anbieter: Wortreiche Entschuldigung für die siebenmonatige Verspätung und die Mitteilung, den Vertrag nun aussetzen zu wollen. Sie können sich mein Gelächter in der Servicewüste sicher vorstellen. Kleiner Hinweis: Es handelt sich nicht um die Telekom und nicht um Vodafone.

Die Sorge um eine eventuelle Schließung der Grundschule Wölfershausen, die den neuen Heringer Bürgermeister Daniel Iliev umtreibt, ist verständlich: Der von ihm befürchtete „Nackenschlag“ wäre ein weiteres Indiz für den schleichenden Niedergang im Stadtteil.

Noch vor wenigen Jahren gab es hier zwei Lebensmittelgeschäfte, eine Bankfiliale, eine Gaststätte und einen Blumenladen. Alles heute nicht mehr da, für den täglichen Bedarf muss man in die Kernstadt. Überzeugende Konzepte, wie diese Entwicklung aufzuhalten oder gar umgekehrt werden kann, gibt es freilich auch nicht.

Kommentare