Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Geld, Gold, Wind und noch ein Wettbüro

Um Geld, Gold, Wind und noch ein Wettbüro geht es in der aktuellen Wochenendkolumne der Hersfelder Zeitung.

Bad Hersfeld ist eine schöne Stadt mit einem hohen Freizeit- und Erholungswert. Auf den Titel „Bad“ sind wir stolz, auch wenn die echten Kurgäste bei uns rar sind. Deshalb ist auch die Kurtaxe seit jeher umstritten. Denn das Gros der Tagungs- und Festspielgäste schlürft vermutlich eher nicht unser salziges Quellwasser, muss aber trotzdem Kurtaxe berappen.

Kein Wunder, dass die Hoteliers auch die jetzt geplanten Änderung mit Sorge sehen und dabei in der Stadtpolitik zumindest teilweise offene Ohren finden. Seltsam ist ohnehin, dass die Hotelbetreiber erst aus der Presse von den Plänen zur Änderungen der Kurtaxe erfahren haben. Wäre es nicht eigentlich Job des Kurdirektors, so was im Vorfeld zu kommunizieren?

Nachdem der Streit um die Zufahrt den Bau des Windparks auf dem Roteberg bei Friedewald lange ausgebremst hatte, sollten die Anlagen eigentlich zum Jahreswechsel ans Netz gehen. Dieses ehrgeizige Ziel hatte zumindest der Investor CPC Germania ausgegeben. Tatsächlich ragen die fünf Windräder inzwischen zwar in den Himmel, allerdings wurde offenbar die schwierige Topografie der Kabeltrasse zum Umspannwerk Hohe Luft unterschätzt. Beim Verlegen der Stromkabel klemmte es dem Vernehmen nach an gleich mehreren Engstellen. Deshalb stehen die Rotoren auf dem Roteberg auch einen Monat nach dem geplanten Start noch still.

Im vergangenen Sommer haben wir über den starken LKW-Verkehr in der Ortsdurfahrt des Heringer Stadtteils Wölfershausen berichtet. Wenn sich dort zwei Brummis begegnen, muss eines der Fahrzeuge auf den Bürgersteig ausweichen. Das sorgt regelmäßig für brenzlige Situationen. Bürgermeister Daniel Iliev hatte damals angeregt, auf den Bürgersteigen Poller aufzustellen. Diese Variante ist inzwischen vom Tisch. Um die gefährlichen Begegnungen zu vermeiden, wird nun eine Einbahnstraßenregelung für den Schwerverkehr geprüft. Möglich wäre das aber frühestens, wenn die Arbeiten auf der Wölfershäuser Straße abgeschlossen sind und der Umleitungs-Verkehr wegfällt.

Die Bad Hersfelder Kneipen-Szene ist in Bewegung. Vor allem die Johannesstraße etabliert sich als lokale Gastro-Meile. Mit Sorge blicken die dortigen Wirte deshalb auf die bevorstehende Neueröffnung in den Räumen des früheren indischen Restaurants „Maharadscha“. Noch verbergen die geweißten Scheiben den Blick ins Innere. Aber schon bald soll dort eine „Sport-Gaststätte“ eröffnen. Soweit so gut. Aber im Hinterzimmer wird auch ein Wettbüro untergebracht sein. Alles legal, alles genehmigt – und doch ziehen derartige Etablissements ein spezielles Klientel an. Ob noch mehr Glücksspiel wohl auch eine glückliche Entscheidung für unsere Innenstadt ist?

Glück und Reichtum suchten auch viele Auswanderer, die nach Amerika zogen. Einer von ihnen, John Reed, fand das erste Gold in den USA. Seine Geschichte hat großes Interesse bei unseren Lesern ausgelöst. Mehrere Ahnen- und Heimatforscher, die mit den alten Schriften, Daten und Abkürzungen sehr gut auskennen, haben uns auf Unstimmigkeiten bzw. Fehler hingewiesenReiner Emmerich aus Obergeis hat dagegen eine umfangreiche Abhandlung der Johannes-Schwalm-Historical-Association zur Verfügung gestellt, die die ursprüngliche HZ-Geschichte im Wesentlichen bestätigt, aber auch feststellt, dass der Mann ein Geheimnis bleibt.

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