Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Falscher Moralapostel und ein Krimi

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Karl Schönholtz, Redakteur Hersfelder Zeitung.

Um Knöllchen, einen Krimi, Brötchen und einen Abschied geht es in der aktuellen Kolumne von HZ-Redakteur Karl Schönholtz.

Als in dieser Woche die Pressemitteilung vom Einsatz des Bad Hersfelder Bürgermeisters Thomas Fehling mit den Kollegen von der Parkraumüberwachung im Postfach landete, haben wir schmunzeln müssen: Fehling beklagt darin den bisweilen ruppigen Umgang der Falschparker mit den Ordnungskräften.

Wie jedoch Viele mitbekommen haben, soll auch der Rathauschef selbst bei diesem Termin aus der Rolle gefallen sein. Fehling habe sich demnach mit einem Knöllchen-Delinquenten angelegt. Er soll sich dabei in der Wortwahl erheblich vergriffen und erst im Nachhinein entschuldigt haben, wurde uns berichtet. Als Moralapostel taugt der Bürgermeister somit nicht mehr wirklich.

Zum Thema passen auch Klagen einiger Leser, die den Ordnungshütern mangelndes Fingerspitzengefühl vorwerfen: Als beim Ticket-Service am Markt der Vorverkauf für die Ulli-Meiß-Adventskonzerte in der Stadtkirche begann, hatten viele Interessenten die Wartezeit unterschätzt und zu geringe Parkzeiten gebucht.

Für die Knöllchen-Verteiler auf dem Marktplatz bedeutete das „fette Beute“: Wie uns empörte Augenzeugen mitgeteilt haben, hätten die Politessen Runde um Runde gedreht, um auch dem letzten „Falschparker“ einen Strafzettel zu verpassen.

Wer die Krimis des Dänen Jussi Adler Olsen liest, der musste bisher nicht mit Schauplätzen fern der Heimat des Autoren rechnen. In „Opfer 2117“, dem achten Fall für Kommissar Carl Morck vom Sonderdezernat Q in Kopenhagen, befindet man sich als Leser jedoch nicht nur in Deutschland, sondern – Achtung! – in Bad Hersfeld und Kirchheim.

Allerdings nur ganz kurz, denn auf Seite 344 geht es auf der Autobahn von Frankfurt nach Berlin, und beide Ortsnamen werden unterwegs im Vorbeifahren für einen Augenblick registriert. Das ist auch gut so, denn in die Handlung dieses hochspannenden Thrillers wollen wir Waldhessen lieber nicht verwickelt werden.

Auf großes Interesse ist die Nachricht gestoßen, dass aus Grebe künftig Gerlach wird. Das Traditionsunternehmen am Linggplatz in Bad Hersfeld schließt Ende dieses Jahres, und nicht wenige hatten schon befürchtet, dass an dieser prominenten Stelle nun womöglich das nächste Wettbüro aufmacht. Mit der laut Inhaber Joachim Grebe „guten Lösung“ sind zumindest viele Online-Kommentatoren aber auch nicht zufrieden. Bäcker gebe es ebenso wie Optiker und Friseure in der Fußgängerzone schließlich mehr als genug. Wozu überhaupt noch in die Stadt fahren und dort Parkgebühren zahlen?, fragt gar mancher.

In der Tat und wenig überraschend ist bei Gerlachs von einem „Bäckereikonzept mit erweitertem Produktsortiment“ die Rede. Auch hätte Gerlach an diesem Standort endlich ausreichend Platz für eine Außenbewirtschaftung. Aktuell befinde man sich aber noch in der Planungs- und Findungsphase, heißt es. Warten wir also mal ab, was aus dem Geschäft für Eisenwaren und Hausrat dann tatsächlich wird.

Zum Schluss noch eine traurige Nachricht: Jürgen Harth ist tot, gestorben nach einer schweren Krankheit. Der langjährige Vorsitzende des DRK Bad Hersfeld war durch seinen Beruf auch unserem Haus eng verbunden: Als „Laut-und-leise-Mann“ – so hat er sich selbst mit einem Lächeln bezeichnet – sorgte er bei zahllosen Veranstaltungen der HZ nicht nur für den guten Ton über Mikrofone und Lautsprecher, sondern stand auch für eine freundliche Atmosphäre auf und hinter der Bühne. Er fehlt.

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