Wochenendkolumne: Zwei Bilder, zwei Reaktionen

Zwischen den Zeilen: Empörung, Begeisterung und guter Rat

In unserer Kolumne "Zwischen den Zeilen" schreibt Karl Schönholtz über Baustellen, Schauspieler und eine Abschiedsfeier. 

Als wir am vergangenen Samstag über die Mehrkosten beim Umbau des Stadions an der Oberau berichtet haben, hat die Zeitungslektüre einem heimischen Unternehmer ganz gehörig die Stimmung verdorben: Auf dem zum Artikel gehörigen Foto vom Neubau des Funktionsgebäudes waren ausgerechnet sein Fahrzeug und zwei seiner Mitarbeiter zu sehen.

Die Empörung war deshalb so groß, weil dieser Handwerksbetrieb für sich in Anspruch nimmt, seine Arbeit im vorgegeben Kostenrahmen termin- und fachgerecht zu leisten – und das auch auf dieser Baustelle.

Weder das Bild noch der Artikel – in dem besagter Betrieb namentlich nicht erwähnt worden war – sollten Gegenteiliges unterstellen, doch dass die Kosten beim Gesamtprojekt aus dem Ruder gelaufen sind, ist nun einmal Fakt.

Deutlich größere Freude beim Zeitunglesen hatte in derselben Woche der Chef einer Baufirma, der den Einsatz seiner Mitarbeiter beim Parkplatzbau für den Hessentag in Text und Bild dokumentiert sah: Der postete den Zeitungsartikel gleich stolz bei Facebook.

In Berlin hatte ich jetzt Gelegenheit, in der Komischen Oper die letzte Aufführung der seit 2013 gespielten Operette „Ball im Savoy“ zu erleben. Darin spielt die wunderbare Katharine Mehrling die Jazzkomponistin Daisy Darlington und begeistert durch funkensprühendes Spiel und brillanten Gesang. Im Sommer kommt Katharine Mehrling als Fanny Brice im Musical „Funny Girl“ zu unseren Festspielen – das wird bestimmt Klasse!

Im „Ball im Savoy“ gab es jedoch auch ein Wiedersehen mit einem guten Bekannten vergangener Festspielzeiten: Musical-Legende Helmut Baumann, der in der Stiftsruine schon bei „Cabaret“ und in „Sunset Boulevard“ mitgespielt hat, spielte in Berlin den türkischen Botschafter und Liebhaber von Daisy Darlington – ein Hauptrolle. Baumann sang und tanzte mit unglaublicher Energie. Dass dieser fantastische Darsteller schon 80 Jahre alt ist, war kaum zu glauben.

Auf den Hessischen Ministerpräsidenten hatte man gehofft, jetzt kommt der Kultusminister: In den Einladungen für die Verabschiedung der Obersberg-Abiturienten und Fachoberschüler während des Hessentags am 16. Juni in der Stiftsruine wird Professor Dr. Alexander Lorz als Festredner angekündigt.

Gleichzeitig ergeht der vorsorgliche Hinweis, genug Zeit für die Anreise einzuplanen. Sicher ein guter Rat angesichts der weiträumig gesperrten Innenstadt.

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