Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Ein Konzept, Baustellen-Frust und Vertrauen

Das geplante Festspielgebäude ist auf einem gutem Weg, verrät Karl Schönholtz in unserer Kolumne Zwischen den Zeilen. 

Rund zwei Millionen Euro klafften zwischen der Kostenschätzung für das mit den Bad Hersfelder Festspielen abgestimmtem Raumprogramm und der finanziellen Vorgabe der Stadtpolitiker für das geplante Multifunktionsgebäude im Stift. Das hatte zuletzt im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt für Verdruss und Empörung gesorgt, obwohl der zuständige Mitarbeiter im Technischen Rathaus nur den Sachstand seiner Bemühungen referiert hatte. Wir haben darüber berichtet.

Jetzt aber scheint das allseits gewünschte Projekt, das der Bund mit 2,5 Millionen Euro zu fördern versprochen hat, wieder auf gutem Weg zu sein. Unseren Informationen zufolge gibt es jetzt ein Konzept, das sowohl den Bedürfnissen der Theatermacher Rechnung trägt als auch den gesteckten Budgetrahmen von gut fünf Millionen Euro einhält. Das wäre eine gute Nachricht, wenn diese Entwicklung demnächst auch offiziell kommuniziert wird.

Das gilt auch für ein anderes, finanziell potenziell gefährliches Thema, den Hessentag. Mit dem Strich unter alle Einnahmen und Kosten wird zwar erst für das Frühjahr 2020 gerechnet, wenn auch die letzten Rechnungen verbucht sind. Aktuell scheint es jedoch keine Hinweise auf drohende Katastrophenszenarien zu geben, die die Stadt über Gebühr belasten würden. Das muss nicht so bleiben, doch Grund zur Beunruhigung haben wir im Moment eben nicht.

Als vor gut anderthalb Wochen das letzte Stück Leitplanke an der doppelten Brückenbaustelle auf der B62 zwischen Lomo-Kreuzung und dem Anschluss Europakreisel bei Bad Hersfeld montiert wurde, hatte ich optimistisch auf den baldigen Abschluss dieses Projekt gehofft, das länger als zwei Jahre gedauert hat und eigentlich schon im April abgeschlossen sein sollte. Jetzt aber fehlen noch ein paar Meter Markierung, und es hat sich wieder mal seit Tagen nichts getan. Abgesehen davon, dass die abgesperrten Bereiche zum x-ten Mal verschoben wurden. Nerv.

Wie Sie vielleicht in der gestrigen Zeitung gelesen haben, durfte ich beim Casting für das neue Festspiel-Musical „Goethe!“ in Berlin hautnah dabei sein. Das war auch für einen alten Hasen wie mich etwas ganz Besonderes. Den Entstehungsprozess einer Produktion mitzuerleben, die bei uns zum ersten Mal in voller Pracht aufgeführt wird, das gibt es nicht alle Tage. Über das Vertrauen der Theatermacher um Regisseur Gil Mehmert habe ich mich deshalb riesig gefreut.

Und was ich noch zu den schmähenden Kommentaren auf Facebook sagen wollte, die nach Erscheinen der vorigen Kolumne auf unsere Zeitung und mich persönlich niedergeprasselt sind: Ach, lieber nichts. ks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare