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Zwischen den Zeilen: Zukunftswahlen, Todesfälle und ein Baby

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Kai A. Struthoff
Kai A. Struthoff © LUDGER KONOPKA

In unserer heutigen Wochenkolumne schreibt Kai A. Struthoff über die Bürgermeisterwahl, traurige und schöne Nachrichten.

Bad Hersfeld - Am morgigen Sonntag hat Bad Hersfeld die Wahl: Gleich drei starke und qualifizierte Bewerber wollen Bürgermeister der Kreisstadt werden. Dennoch verbietet sich das Wortspiel von der „Qual der Wahl“. Im Gegenteil, wir können uns freuen, so gute Kandidaten zu haben. Beim HZ-Forum, aber auch in den Berichten unserer Zeitung wurden die Unterschiede zwischen Anke Hofmann, Karsten Backhaus und Karsten Vollmar deutlich.

Nun müssen die Herschfeller entscheiden, wer die Geschicke der Kreisstadt in schweren Zeiten lenken soll.

Normalerweise bin ich immer sehr sicher, wer bei Wahlen in der Region das Rennen macht, aber diesmal wage ich keine Prognose. Ich bin sehr gespannt und hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung. Es geht um die Zukunft unserer Kreisstadt!

Wer auch immer das Rennen macht, wird große Zukunftsprojekte umsetzen müssen: Neben Stadtarchiv, Hochbrückenbau, Festspiel-Gebäude und der Entwicklung des Bahnhofsareals kommt nun noch der Bau eines Ganzjahresschwimmbads hinzu. Ich hatte neulich geschrieben, „ganz neu sind diese Pläne nicht“.

Der frühere Erste Stadtrat Michael Bock hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass sie eigentlich sogar steinalt sind. Als er 1991 nach Bad Hersfeld kam, drohte das Dach des von ein Zweckverband aus Stadt und Land betriebenen Hallenbades in der Kolpingstraße unter der Schneelast zusammen zu brechen. Bock hatte deshalb schon damals vorgeschlagen, ein Ganzjahresbad zu bauen, das mit demselben Personal und derselben Technik betrieben werden kann. Doch nach einer Kommunalwahl kam eine Ampel-Koalition und das Ganzjahresbad war vom Tisch, erinnert sich Bock. Schon damals wurde also kontrovers über Bauprojekte diskutiert – und auch nicht immer zielführend. Hoffentlich wird das nach der Wahl endlich anders.

Die Welt trauert mit den Engländern um Queen Elizabeth. Es ist faszinierend zu sehen, wie pompös die königlichen Trauerfeierlichkeiten inszeniert werden und mit welch’ britischer Disziplin das Volk von seiner Königin Abschied nimmt. Man muss kein Royalist oder gar Engländer sein, um vor Königin Elizabeth größte Hochachtung zu haben. Diese zierliche Frau war ein Vorbild, solange ich mich erinnern kann. Nun wird sie fehlen. Ich bin froh, dass ich bei den Feierlichkeiten zu ihrem 70. Kronjibiläum in Malmesbury sein durfte und dieser großen Persönlichkeit der Weltgeschichte meinen Respekt erweisen konnte.

Auch bei der HZ trauern wir. Vor zwei Jahren starb unser geschätzter Kollege Karl Schönholtz und gerade in diesen Wahlkampfzeiten fehlt er mir sehr. Wie gern würde ich mit „Kalli“ über die Kandidaten und ihre Pläne diskutieren ...

Ausgerechnet jetzt ereilt uns die nächste Todesnachricht: Unser langjähriger Redakteur und späterer Kreispressesprecher Heiner Paris ist völlig unerwartet im Urlaub in Südfrankreich verstorben. Der studierte Lehrer hatte Wende und Mauerfall im Werratal erlebt und für die HZ darüber berichtet. Mit Heiner Paris verlieren wir einen geachteten und kenntnisreichen Kollegen. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinem Sohn.

Aber es gibt auch schöne Nachrichten: Unsere liebe Kollegin Nadine Meier-Maaz und ihr Ehemann Erik sind in diesen Tagen Eltern einer kleinen und gesunden Tochter geworden. Paula Marie ist zuckersüß und hält ihre Eltern offenbar mächtig auf Trab. Wir bei der HZ sind sehr stolz auf „unser Redaktionsbaby“ und wünschen der Familie alles Gute.

Die nächste Journalistengeneration wächst also heran. (Kai A. Struthoff)

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