ZWISCHEN DEN ZEILEN

Vorfreude auf die Festspiele

Nadine Maaz, Redakteurin der Hersfelder Zeitung
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Nadine Maaz, Redakteurin der Hersfelder Zeitung

In unserer Wochenkolumne „Zwischen den Zeilen“ schreibt Nadine Maaz über den Kartenvorverkauf für die Festspiele, die Neujahrsflaute und die journalistischen Folgen der Kontaktbeschränkungen.

Eine Woche alt ist das neue Jahr, doch so richtig viel Neues gibt es offenbar nicht. Und besser geworden ist auch nichts. Das Virus grassiert weiter, ein Ende des Lockdowns ist nicht Sicht. Zwar war es kaum anders zu erwarten, aber mit einem hoffnungsvollen „Es kann nur besser werden!“ haben vermutlich viele am 31. 12. 2020 angestoßen.

Nach Weihnachten und Neujahr ist es meist auch in der Redaktion ruhiger als sonst, sofern es einem nicht nur so vorkommt, weil es in den Wochen zuvor besonders turbulent zugeht, wenn alle Parlamente noch mal tagen, Kirchen und Vereine auf ihre Angebote hinweisen, jeder den Schreibtisch „putzen“ möchte und die Rückblicke geschrieben werden wollen. Das sogenannte Sommerloch gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Seine Stelle nimmt das „Neujahrsloch“ ein. Das ist in diesem Jahr nicht anders, doch kommt nun noch das „Coronaloch“ hinzu? Jedenfalls trudeln seit Tagen deutlich weniger E-Mails ein und auch das Telefon klingelt sehr viel seltener. Immerhin: Branchenkollegen geht es nicht anders, wie man hört.

Denn natürlich machen Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Co. auch uns Journalisten das (Arbeits-)Leben ein bisschen schwerer. Wo einem sonst die neuesten Gerüchte beim Stadtbummel oder in der Sauna zugetragen werden, oder einem auf dem Weg von Termin A zu Termin B etwas auffällt, bleiben nun nur zufällige Begegnungen beim Spazieren oder gezielte Anregungen und Nachfragen per Telefon, E-Mail oder Whatsapp. Darüber hinaus sind viele Corona-Themen schon im Frühjahr ausgiebig beleuchtet worden, und wer lädt derzeit schon gerne ein, um Projekte vorzustellen, die ohnehin auf Eis liegen? In Bad Hersfeld sollen derzeit sogar die Magistratssitzungen ausfallen.

Aber keine Sorge: Noch sind Ideen und Themen da, und die Zeitungsseiten füllen sich wie vor vielen Jahren auch im Sommerloch.

Gut angelaufen zu sein scheint indes trotz aller Unsicherheiten der Anfang Dezember gestartete Vorverkauf für die Bad Hersfelder Festspiele in diesem Jahr. Zwar wird vorerst nur mit der Hälfte der sonst üblichen 1300 Plätze in der Stiftsruine geplant, doch einige Vorstellungen sind bereits ausverkauft und für die meisten Stücke gibt es nur noch Restkarten, wie ein Blick auf die Homepage des Theaterfestivals zeigt. Das dürfte Joern Hinkel und sein Team ebenso freuen wie motivieren, wenngleich vermutlich viele Leute Gutschriften für im vergangenen Jahr abgesagte Veranstaltungen eingelöst haben, was somit leider keinen neuen Umsatz beschert.

Um zum Abschluss dieser Zeilen und zum Beginn des neuen Jahres aber positiv und optimistisch zu bleiben: Die Lust auf Kultur und die Vorfreude auf gemeinsame Erlebnisse überwiegt ganz offensichtlich die vielen Fragezeichen. Und das ist – genau – gut so. (Nadine Maaz)

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