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Zwischen den Zeilen: Unter Tage und über Tage

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Von: Mario Reymond

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Mario Reymond. © Archiv

In seiner Wochenend-Kolumne „Zwischen den Zeilen“ schreibt Redakteur Mario Reymond über den Salzabbau und die Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld.

Zwischen den Eiterfelder Ortsteilen Körnbach und Dittlofrod hatte der Kasseler Düngemittelhersteller K+S bereits im Jahre 2017 eine sogenannte Erkundungsbohrung gestartet, um zu schauen, wie es sich dort, 500 Meter unter uns, mit den geologischen Gegebenheiten verhält. Das waren die Vorarbeiten dafür, um irgendwann einmal mit der sogenannten Ausbeutung des „Feldes Marbach“ beginnen zu können.

Denn in den Tiefen schlummern noch immer 587 Millionen Tonnen Rohsalz, die das Unternehmen abbauen möchte. Das Salzvorhaben erstreckt sich dabei unter der Erde fast bis nach Fulda.

Schon heute hat die unterirdische Fläche, die von K+S in den vergangenen mehr als 100 Jahren im gesamten Werratal abgebaut wurde, eine Größe erreicht, die dem Stadtgebiet von München entspricht. Und weil die Wege unter Tage dadurch immer länger werden, plant das Unternehmen eine weitere Schachtanlage. Und das eben in der Gemarkung von Körnbach.

Das Unternehmen hat seine Planungen jetzt den politisch Verantwortlichen in der Marktgemeinde Eiterfeld vorgestellt. Vorgesehen ist demnach, im Jahre 2032 die neue Anlage in Betrieb zu nehmen. Aktuell würden die dafür benötigten Genehmigungen durch K+S beantragt.

Dabei geht es um die Wetterführung, die Stromversorgung und darum, im Drei-Schicht-Betrieb bis zu 1200 Mitarbeiter von oben an ihre Arbeitsstelle unter der Erde bringen zu können. Zudem sollen mit Hilfe dieses neuen Schachts auch die Rettungswege unter Tage erheblich verkürzt werden. Ein alles in allem sicher sehr kostspieliges Unterfangen, jedoch reiche das Salzvorkommen im „Marbacher Feld“ dann auch noch für weitere 40 Abbau-Jahre.

Neuer Ort fürs Public Viewing gesucht

Die niedrige Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld kann keinen Demokraten erfreuen. Vielleicht haben ja tatsächlich viele auf die Stichwahl gesetzt und gehen nun am 2. Oktober an die Wahlurnen. Auch bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisse in den renovierten Räumen der Stadtkasse hielt sich das Interesse der Bürger noch in Grenzen. Das war vielleicht auch ganz gut so, denn ideal waren die zwar sehr schönen, aber eben auch kleinen Büroräume nicht für „public viewing“.

Deshalb überlegt man nun, bei der Stichwahl an einen anderen Ort auszuweichen. Das ist allerdings nicht ganz leicht, denn sowohl im „wortreich“ als auch in der Stadthalle sind Wahllokale untergebracht, in denen abends ausgezählt werden muss. Die Stadt sucht aber intensiv nach einem Ausweichquartier. Hoffen wir also gemeinsam auf eine höhere Wahlbeteiligung und dann auch ein größeres Interesse bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Wer in der Stichwahl dann die Stimmen der bisherigen Anhänger des CDU-Kandidaten Karsten Backhaus bei sich verbuchen kann, ist eine spannende Frage, die auch den CDU-Stadtverband beschäftigt hat. Dort hat man sich am Donnerstagabend dem Vernehmen nach darauf geeinigt, keine Wahlempfehlung, weder für die parteilose Anke Hofmann noch den SPD-Kandidaten Karsten Vollmer, auszusprechen. Diese Entscheidung will die CDU dem mündigen Bürger überlassen.

Unterdessen wurde damit begonnen, die Wahlplakate einzusammeln. Eigentlich sollte das gleich nach der Wahl passieren, aber Karsten Backhaus lächelt immer noch freundlich von den Werbetafeln. Die kleine Verschnaufpause nach dem anstrengenden Wahlkampf sei ihm aber gegönnt.

(Mario Reymond)

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