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Zwischen den Zeilen: Über Partnersuche, Bomben und Urteile

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Von: Christine Zacharias

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Christine Zacharias
Christine Zacharias, Autorin © Nadine Meier-Maaz

In ihrer Wochenendkolumne „Zwischen den Zeilen“ schreibt Redakteurin Christine Zacharias über den Erfolg oder Misserfolg verschiedener Anzeigen und Verfahren.

Wir Zeitungsleute haben ja alle möglichen Aufgaben. Manchmal helfen wir auch Amor auf die Sprünge – oder versuchen es zumindest. Kürzlich rief eine ältere Dame bei mir an und erzählte, sie sei verwitwet und auf der Suche nach einem netten Partner, weil so viele Dinge im Leben zu zweit einfach mehr Spaß machten.

Die Dame hatte eine Bekanntschaftsanzeige aufgeben und war enttäuscht über die vielen zweifelhaften Antworten, die sie bekommen hatte.

Nur einer, ein Helmut aus Bad Hersfeld, habe einen richtig netten Brief geschrieben. Als sie versuchte ihn anzurufen, stellte sie fest, dass seine Telefonnummer offensichtlich nicht vollständig war, jedenfalls bekam sie keine Verbindung. Was sie denn nun tun solle, wollte sie von mir wissen.

Ich empfahl ihr, einfach noch eine Anzeige aufzugeben und besagten Helmut zu bitten, sich noch einmal zu melden. Das tat die Frau – offensichtlich mit Erfolg. Zumindest erhielt sie eine Antwort auf ihre Chiffre. Ob sie sich inzwischen mit Helmut getroffen hat und ob die Sympathie dieses Treffen überdauert hat, das wissen wir natürlich nicht. Aber auf jeden Fall wünsche ich den beiden – gemeinsam oder weiter einzeln – alles, alles Gute.

Die Ermittlungen dauern an

Die Aufregung war groß, als im vergangenen November im Ortskern von Friedewald eine Weltkriegsbombe gefunden wurde und für die Entschärfung etwa 500 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Seither haben wir regelmäßig bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Fulda nach dem Stand der Ermittlungen gegen einen 58-Jährigen wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz nachgefragt.

Die Antwort lautete immer gleich: Die Ermittlungen laufen noch. Anfang Juli hieß es dann, das Verfahren stehe kurz vor dem Abschluss. Daran hatte sich bei unserer nächsten Nachfrage Anfang August noch nichts geändert. Wir werden weiter nachhaken.

Peta hatte Anzeige erstattet - Verfahren eingestellt

Neuigkeiten gibt es dagegen zu einem anderen Sachverhalt: Die Tierrechtsorganisation Peta hatte im Mai Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, weil in Heringen bei der Wiesenmahd ein Rehkitz getötet worden sein soll. Mangels weiterer Ermittlungsansätze ist das Verfahren laut Staatsanwaltschaft eingestellt worden.

Vor einiger Zeit haben wir über einen jungen Mann berichtet, der sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in möblierten Wohnungen einmietete, ohne jemals zu bezahlen und auch nicht davor zurückschreckte, aus einer Wohnung einen Fernseher zu stehlen.

Entscheidung sendet falsches Signal

Inzwischen wurde er in anderer Sache verurteilt und sitzt in Haft. Auch darüber haben wir berichtet. Dass die Staatsanwaltschaft Fulda das Verfahren gegen ihn wegen der jüngsten Betrügereien eingestellt hat mit der Begründung, der junge Mann habe ohnehin so viel auf dem Kerbholz, da fiele das nicht mehr ins Gewicht, ist für nicht rechtskundige Normalbürger schwer nachvollziehbar und vermittelt das falsche Signal: Da kann einer tun, was er will, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.

(Christine Zacharias)

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