Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Lolls-Programm, moderne Medien und Verhandlungen

Christine Zacharias, Autor
+
Christine Zacharias, Autor

in dieser Woche beschäftigt sich Christine Zacharias in ihrer Kolumne mit dem alternativen Lullusfest, der Rede des Feuermeisters und den bevorstehenden Haushaltsverhandlungen.

Eigentlich ja nicht, aber irgendwie dann doch – es ist schon eine sonderbare Lollswoche dieses Jahr. Auch wenn viele meckern: Das Angebot des Anderen Oktober wird gerne angenommen. Viele Menschen freuen sich, wenigstens eine Runde Riesenrad fahren, ihr Backfischbrötchen essen und dann noch den Waffeleimer für zuhause mitnehmen zu können.

Es ist müßig, im Nachhinein darüber zu diskutieren, ob vielleicht doch ein normales Lullusfest möglich gewesen wäre. Die Argumente dagegen wiegen schwer. Was aber wirklich irritierend ist, ist die Art und Weise, wie Bürgermeister Thomas Fehling seine Magistratskollegen angreift und bloßstellt. Guter Stil geht anders.

Ein zentraler Lolls-Programmpunkt findet dagegen morgen fast wie gewohnt statt: der verkaufsoffene Lollssonntag. Vor vielen Jahren hat mir, damals Neu-Hersfelderin, ein leider dieses Jahr verstorbener Geschäftsmann erklärt, welche Bedeutung dieser Tag für den Einzelhandel in Bad Hersfeld hat, wenn Menschen aus dem weiten Umfeld nach Bad Hersfeld kommen, um einzukaufen. Kurz zusammengefasst: Was man am Lollssonntag nicht los wird, das bleibt auf immer Ladenhüter. Und eine Kollegin aus dem Eiterfelder Land erzählte, dass die ganze Familie am Lollssonntag nach Bad Hersfeld fuhr, obwohl eigentlich sonst in Fulda eingekauft wurde. Die Tante ging dann mit den Kindern auf den Festplatz, während die Eltern die Weihnachtsgeschenke und die Winterklamotten kauften. Auch wenn es dieses Jahr nur ein Mini-Volksfest gibt, hoffen wir doch, dass morgen viele Besucher in die Stadt kommen und alle gut gefüllte Einkaufstaschen wieder nach Hause tragen. Ein Boardwalk-Straßenfestival wird auf jeden Fall für gute Laune sorgen.

In diesem Oktober ist alles anders: So wird Feuermeister Klaus Otto auch seine traditionelle Rede zum Feuerlöschen diesmal nur virtuell halten, denn das reale Feuer ist ja seit Mittwoch aus. Deshalb wurde die Feuerrede, wie auch schon die Lolls-Rede des Bürgermeisters, im Rathaus aufgezeichnet und soll Sonntag bei Facebook verbreitet werden. Für alle, die mit diesem neumodischen Medium nichts anfangen können, gibt es die Rede am Montag auch gedruckt in der HZ.

Die Haushaltsverhandlungen dürften in allen Gemeinden schwierig werden. Fast zwei Jahre Corona haben ihre Spuren hinterlassen. Besonders kompliziert dürfte es in der Kreisstadt werden. Wie immer ein zentrales Thema ist dabei der Etat der Festspiele. Hier drückt Intendant Joern Hinkel aufs Tempo, denn er möchte den Spielplan noch vor dem Weihnachtsgeschäft veröffentlichen. Welche, und vor allem wie viele Stücke gezeigt werden, hängt aber letztlich vom Geld ab. Auch die städtischen Bauprojekte, allen voran das Stadtarchiv und das Festspielfunktionsgebäude, dürften angesichts explodierender Baukosten für heiße Debatten sorgen. In Hersfeld soll der Haushaltentwurf im November stehen. Schauen wir mal... (Christine Zacharias)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare