Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Historisches erhalten, Neues schaffen

Nadine Maaz
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Nadine Maaz

In unserer Wochenend-Kolumne „Zwischen den Zeilen“ schreibt Nadine Maaz über Pläne, einen bedeutenden Hersfelder zu würdigen und bunte Lampions.

Im Zuge der geplanten Modernisierung des städtischen Museums im Stift möchte die neue Verantwortliche Lisa Hendrich auch die bekannten Persönlichkeiten der Stadt prominenter in den Fokus rücken. Das klingt gut und ist sicher richtig. Gerade für Konrad Zuse fordern einige schon seit Jahren mehr Aufmerksamkeit.

Doch während über Abriss, Erhalt oder Nachnutzung der Zuse-Scheune seit Jahren laut und deutlich diskutiert wird, wird an anderer Stelle bereits fast unbemerkt gearbeitet. Ein Geheimnis ist das Ganze spätestens seit der Hessenschau am Dienstag aber nicht mehr. In einem Beitrag über Konrad Zuse, der vor 80 Jahren mit dem Z 3 den ersten programmierbaren Computer der Welt baute, waren auch Bilder aus der ehemaligen Textilfabrik an der Landecker Straße zu sehen, die schließlich zur Fertigungsstätte der Zuse KG wurde und in den vergangenen Jahren mal so und mal anders gewerblich genutzt wurde. Inzwischen gehört das mit Photovoltaik ausgestattete Gebäude dem heimischen Unternehmer Friedrich Krumme, der es aktuell umfangreich sanieren lässt. Geplant ist, an eben diesem durchaus historischen Ort eine Reihe von alten Zuse-Rechnern für die Nachwelt zu erhalten.

Ob und wie die materiellen Zeitzeugen dann auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten, ist allerdings noch offen. Schön wäre es jedenfalls. Der Initiator hält sich aus für ihn guten Gründen weiterhin öffentlich bedeckt. Wir bleiben trotzdem dran.

Der eine oder andere hat vielleicht auch das schon gesehen: Am Weg zwischen Stiftsruine und Forstamt hängen seit ein paar Tagen bunte Kugeln, aber auch Weintrauben und Sonnenblumen. Dabei handelt es sich nicht etwa um Basteleien einer örtlichen Kita, sondern um Lampions, die auch im Dunkeln ins Auge fallen sollen – wenn die Ausgangssperre hoffentlich irgendwann Geschichte ist.

Aufhängen lassen hat sie die Stadt als eine Art Testlauf, wie Markus Heide vom Fachbereich Stadtmarketing auf Nachfrage berichtete. Nachdem die leuchtenden Sterne rund um Weihnachten für eine stimmungsvolle Atmosphäre gesorgt hatten und viel gelobt worden waren, sei man nun auf der Suche nach einer möglichen Alternative für den Sommer, die dann zum Beispiel auch den Weg zum neuen Weinfest noch schöner machen würde. Ob es bei diesen Lampions bleibt, eine andere Lösung gefunden wird oder der Weg am Ende doch ohne zusätzliche Beleuchtung bleibt, ist also ebenfalls noch offen.

Eine fröhliche Stimmung kreieren die bunten Papierlaternen auf jeden Fall. Der Sommer darf gern kommen. Ein schönes Wochenende! (Nadine Maaz)

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