Jessica Stoll und Ursula Paul sollen das Thema voranbringen

Zwei Fachfrauen für Klimaschutz im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Das Foto zeigt zwei Frauen, die sich gegen einen Baum lehnen. Es sind die Klimabeauftragten Jessica Stoll (links) und Ursula Paul, hier an den Nordschulteichen in Bad Hersfeld.
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Sollen den Klimaschutz im Landkreis Hersfeld-Rotenburg voranbringen: Jessica Stoll (links) und Ursula Paul, hier an den Nordschulteichen in Bad Hersfeld.

Bei Klima- und Umweltschutz will sich der Landkreis Hersfeld-Rotenburg weiter verbessern. Seit kurzem arbeiten Klimaschutzmanagerinnen in diesem Bereich.

Intelligente und energieeffiziente Heizungen in den Schulen, Moosflächen für eine bessere Luft und ein Elektroauto für Stadtfahrten: In Sachen Klima- und Umweltschutz hat sich laut Landrat Dr. Michael Koch in den vergangenen Jahren zwar schon einiges im Kreis getan. Doch nun gelte es, eigene Fachkompetenzen aufzubauen, weitere sinnvolle Möglichkeiten auszuloten und zu koordinieren.

Dafür sorgen sollen die seit 1. Juli neu zum Team der Kreisverwaltung gehörenden Klimaschutzmanagerinnen Jessica Stoll und Ursula Paul. Die beiden Fachfrauen teilen sich die Vollzeitstelle, mit der ein Kreistagsbeschluss von September 2019 umgesetzt wurde (siehe Hintergrund). Gefördert wird die Stelle für zwei Jahre vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Michael Koch spricht in diesem Zusammenhang von einer „Anschubfinanzierung“, denn Position und Aufgaben seien durchaus langfristig angelegt. Seit Mitte Juli ist der Landkreis auch ausgezeichnetes Mitglied der Klima-Kommunen Hessen.

Die 34 Jahre alte Jessica Stoll kommt aus den USA und hat „Environmental Governance“ studiert, wobei es unter anderem um die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und eine nachhaltige Entwicklung geht. Inzwischen lebt Stoll mit ihrem Mann in Fulda, zuletzt war sie in Fulda als Regionalmanagerin für den Bürgerdialog Stromnetz tätig.

Ursula Paul hat Maschinenbau studiert mit dem Schwerpunkt Energietechnik und Erfahrungen im Bereich Energie- und Umweltmanagement. Die 45-Jährige aus Bad Wildungen war zuletzt bei Energie 2000, einer Energieagentur im Landkreis Kassel, beschäftigt.

Angesiedelt ist die Stelle der Klimaschutzmanagerinnen direkt beim Büro des Landrats. Hauptaufgabe von Stoll und Paul ist es, bis Mitte 2021 ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten, das dann dem Kreistag als Entscheidungsrundlage dienen soll. Dafür müssten zunächst der Ist-Zustand ermittelt sowie vorhandene Daten gesammelt und ausgewertet werden, um dann kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen erarbeiten zu können, diese umzusetzen und zu überprüfen. Um konkrete Projekte zu nennen, sei es deshalb aktuell noch zu früh, bitten die beiden Frauen und der Landrat um Verständnis. „Es gibt viele Ideen, aber man muss Schwerpunkte setzen“, erklärt Ursula Paul. Auch um mögliche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten werden sich die Klimaschutzmanagerinnen künftig kümmern. Vier Bereiche haben diese im Blick: Wärme, Mobilität, Strom und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Dabei gehe es im Übrigen nicht nur um den Kreis als Verwaltung und zum Beispiel Schulträger, sondern ebenso um den Kreis als Lebensraum und seine rund 120 000 Einwohner. Ziel sei deshalb auch die Kommunikation und Kooperation mit den Kommunen in Hersfeld-Rotenburg, die teils eigene Klimaschutzbemühungen umsetzen oder planen.

Nach der nächsten Sitzung des Ausschusses Energie, Umwelt, ländlicher Raum am 20. August soll dann auch der geforderte Klimaschutzbeirat für den Kreis einberufen werden, in dem sich Vertreter aus der Kommunalpolitik, den Kommunen, Verbänden und Institutionen einbringen sollen.

Kreistagsbeschluss für mehr Klimaschutz im September 2019

Der Kreis soll mehr für den Klimaschutz tun. So lautete im September 2019 die Meinung aller Kreistagsfraktionen mit Ausnahme der AfD (wir berichteten). CDU, SPD und Grüne hatten in der Sitzung zunächst für gleich drei Tagesordnungspunkte zum Thema gesorgt. Schließlich wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, dass der Kreis eine Stelle für einen Klimaschutzbeauftragten schaffen und einen Klimaschutzbeirat ins Leben rufen soll. Der Klimawandel stelle auch die Menschen im Landkreis vor immer größere Herausforderungen, sagte damals Herbert Höttl (CDU). Der von seiner Fraktion geforderte Klimaschutzbeauftragte solle insbesondere ein Klimaschutzkonzept erstellen und Maßnahmen der 20 Kommunen koordinieren. Für die Finanzierung sollten Fördermöglichkeiten geprüft werden. „Der Klimaschutz hat im Kreis bisher nicht genügend Bedeutung gehabt. Das müssen wir ändern“, meinte auch Georg Lüdtke (SPD), und Kaya Kinkel (Grüne) sah das ebenfalls so. Der Antrag wurde letztlich mit Ausnahme der AfD einstimmig angenommen. Gerhard Schenk (AfD) hatte den menschengemachten Klimawandel angezweifelt.

Von Nadine Maaz

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