In eigener Sache

Würde des Bürgermeisteramtes verletzt: Die HZ wehrt sich gegen Diffamierungen durch Thomas Fehling

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Kai A.StruthoffHZ-Redaktionsleiter

"Lügenpresse", "Fake News", "Schundblatt" - Bürgermeister Thomas Fehling ist nicht zimperlich bei seinen Facebook-Aussagen. Dagegen verwahrt sich die Hersfelder Zeitung.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hat die Würde seines Amtes verletzt. Nicht zum ersten Mal ist er in den Jargon des nationalsozialistischen Verbrecherregimes verfallen und hat die Hersfelder Zeitung als „Lügenpresse“ diffamiert. Dagegen verwahren wir uns.

Auf die Kolumne „Zwischen den Zeilen“, die am vergangenen Samstag, dem 27. Juli, erschienen ist, und in der die mögliche Vorbereitung einer Regie-Verpflichtung von Ex-Intendant Dr. Dieter Wedel für die Bad Hersfelder Festspiele thematisiert wurde, obwohl das staatsanwaltliche Verfahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung noch nicht abgeschlossen ist, schrieb Fehling im Internet auf Facebook:

„Wieder einmal belegt Kai Struthoff: HZ=Lügenpresse. Dieter Wedel ist mitnichten auf Einladung von Thomas Fehling in der Stadt. Wann hört dieses Schundblatt endlich auf, Fake news zu verbreiten?“

Fakt ist, dass Dr. Wedel am Wochenende die Festspiele besucht hat. Wir wissen, dass er seinen Eintritt nicht selber gezahlt hat, so wie andere frühere Intendanten beim Besuch der Festspiele auch nicht. Falls Wedels Besuch nicht auf eine ausdrückliche Einladung des Bürgermeisters erfolgte, bedauern wir diese Ungenauigkeit.

Fehlings Verwendung des Begriffs „Lügenpresse“, welcher zuletzt insbesondere von der Pegida-Bewegung benutzt wurde, ist infam. Ebenso wenig ist hinnehmbar, dass die Hersfelder Zeitung von Fehling als „Schundblatt“ verunglimpft wird. Diese ehrverletzenden Äußerungen weisen wir entschieden zurück.

Wenn Fehling von „Fake News“ schreibt, so nutzt er das Vokabular des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Es ist bezeichnend auch für Fehlings Demokratieverständnis und seine Auffassung über die Rolle der Medien. Bürgermeister Fehling versucht, so das Vertrauen unserer Leserschaft in unsere Arbeit zu erschüttern. Um dieses Vertrauen bitten wir, wenn wir kritisch und unabhängig unsere Wächterfunktion wahrnehmen.

Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft im Stadtparlament und im Magistrat sind in ihrer Verantwortung gefordert. Niemand soll sagen können, man habe nicht um die spaltende Amtsführung des Bürgermeisters gewusst. Absehbaren Stimmen, dass man einem gewählten „Herschfeller Jung“ nicht klar und deutlich gegenübertreten könne, möchten wir entgegnen, dass Verantwortung nicht teilbar ist. Thomas Fehling hat spätestens mit der Bewerbung um eine zweite Amtszeit und nach seiner Wiederwahl in voller Kenntnis der großen Herausforderungen sein Bürgermeisteramt fortgeführt. Dieses Amt auszufüllen, bereitet ihm offensichtlich große Schwierigkeiten.

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