Sie geben Geborgenheit

25 Jahre Wohnraumhilfe in Bad Hersfeld gefeiert

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Unterstützen Wohnungslose: Sozialarbeiterin Heike Claus, Karola Günther von der Parität, Stellvertretender Vorsitzender Reinhardt W. Schenk, Sozialarbeiterin Nicole Eckart, Vorsitzender Georg Perels und Vorstandsmitglied Ute Bätzing.

Bad Hersfeld. „Wohnungslosigkeit beenden ist mehr als das Beenden von keine Wohnung haben“, erklärte Karola Günther, Regionalgeschäftsführerin Osthessen des paritätischen Wohlfahrtsverbandes zum 25-jährigen Jubiläum der Wohnraumhilfe Bad Hersfeld.

 Seit 25 Jahren unterstützt der gemeinnützige Verein wohnungslose Menschen dabei, wieder sesshaft zu werden und neue Perspektiven im Leben zu ergreifen.

Die Feier in der Matthäuskirche in Bad Hersfeld eröffnete Vorstandsmitglied der Wohnraumhilfe und Pfarrerin der Matthäusgemeinde Bad Hersfeld, Ute Bätzing, mit einer Andacht. Sie sprach darüber, dass die Wohnraumhilfe nicht nur eine Wohnung vermittelt, sondern Menschen eine neue Heimat geben möchte. „Wohnraum wird Heimat“, verkündete sie. Eine Stoffdecke diente dabei als Metapher für Geborgenheit und Heimat. Nach der Andacht wurden die Gäste vom Vorsitzenden des Vereins, Georg Perels, begrüßt. Anschließend richteten einige Gäste Grußworte an die Zuhörer. Dazu gehören Karola Günther, Elke Künholz, erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg und Hans Georg Vierheller als Vertreter der Stadt Bad Hersfeld. Elke Künholz und Hans Georg Vierheller überreichten der Wohnraumhilfe jeweils einen Umschlag mit einer Geldspende für die weitere Arbeit des Vereins.

Nach den Grußworten berichteten Ute Bätzing und der stellvertretende Vorsitzende und Kassierer der Wohnraumhilfe, Reinhardt W. Schenk, von der Geschichte des Vereins. Einer der Höhepunkte der Feier war der Vortrag „Wohnen ist Menschenrecht“ von Karola Günther. Sie beschrieb Umstände, die zur Wohnungslosigkeit führen, Auswirkungen der Wohnungslosigkeit auf die Persönlichkeit und die Schwierigkeiten, die die Wohnungslosenhilfe überwinden muss, um den Menschen zu helfen. Wohnungslosigkeit sei eine Abwärtsspirale, die die Betroffenen nur sehr schwer und nur mit viel Unterstützung überwinden könnten.

Bei der Wohnraumhilfe finden sie eine entsprechende Anlaufstelle. Die Betroffenen werden zunächst Am Frauenberg in Bad Hersfeld im Haus der Wohnhaushilfe untergebracht. In diesem Haus gibt es, neben normal vermieteten Wohnungen, Zimmer für Menschen, die wieder sesshaft werden möchten. Dort sind auch die Büros der Sozialarbeiterinnen Nicole Eckart und Heike Schenk. Mit der Unterstützung des Teams der Wohnraumhilfe sollen sie wieder in einer eigens angemieteten Wohnung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg selbstständig Leben. Dazu bekommen die Menschen nicht nur Hilfe bei der Wohnungssuche, sondern auch Beratung in Sachen Gelder und Ämter, bei der Lösung von Alltagsproblemen und Wohntraining. Wichtig ist außerdem die emotionale Unterstützung, da viele der Betroffenen unter körperlichen und psychischen Krankheiten leiden, eine Sucht überwinden müssen und es ihnen oft schwer fällt, wieder ein geregeltes Leben zu führen.

Zwischen den Beiträgen spielte die Angklung-Gruppe des Interkulturellen Zentrums Bad Hersfeld. Das Angklung ist ein indonesisches Instrument aus Bambusröhren.

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