Wohlklang aus offenen Fenstern in Bad Hersfeld

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Mit Gesang aus den Fenstern von gleich drei Gebäuden (Rathaus, Hoehlsche Buchhandlung und alte Stadtkasse) zauberten die Sängerinnen und Sänger eine dreidimensionale Klangwolke. 

Bad Hersfeld - Das Rathaus, die ehemalige Stadtkasse und die Hoehlsche Buchhandlung hatten am Samstagvormittag ihre Fenster geöffnet, um wohltönenden Gesang hinauszulassen.

Nach fast einem Vierteljahr corona-bedingter Singe-Abstinenz beschenkten Ehemalige des Chores der Modellschule Obersberg unter der Leitung von Ulrich Meiß die Hersfelder mit zwei mittäglichen „Fensterkonzerten“.

Die Begleitumstände waren nahezu perfekt: Das Wetter spielte mit, die Stimmung war hervorragend, die Menschen auf dem Rathausplatz - trotz Masken und Abstand - fröhlich. Beglückt war am Ende nicht nur das Publikum, das nicht nur mangels Sitzgelegenheiten nicht mit Standing Ovations geizte, sondern auch die Sängerinnen und Sänger, die es genossen, wieder gemeinsam singen zu können. Einziger Wermutstropfen: Singen durften nur Ehemalige, die Schülerinnen und Schüler der aktuellen MSO-Jahrgänge konnten nur als Helferinnen und Helfer dabei sein.

Ein bisschen erinnerte das Ganze an eine der wohlbekannten Videokonferenzen, die in den letzten Wochen für viele zum Normalfall geworden sind: Jede Sängerin und jeder Sänger hatte ein eigenes Fenster, aus dem man sich zwar nicht körperlich, aber zumindest musikalisch hinauslehnen durfte.

Mit einer bunten Mischung aus Klassik, Volksliedern und Pop – unter anderem waren Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“, Leonard Cohens „Hallelujah“ und Orlando di Lassos „Echo“-Madrigal zu hören – brachten die Mitglieder des Chores den Rathausplatz und die drei Gebäude zum Klingen.

Das Publikum stand quasi mitten im Chor und hatte die Möglichkeit, sowohl einzelne Stimmen herauszuhören als auch in der entstehenden Klangwolke zu baden. Trotz der erschwerten Umstände - es gab lediglich eine kurze Ansingprobe vor dem Konzert und das Singen in weiter Entfernung zu Mitsängerinnen und Mitsängern sowie zum Dirigenten und zur Begleiterin (einige der Stücke wurden durch Anne Rill am Klavier begleitet) – war das Konzert auch musikalisch eine echte Freude und ein Beweis dafür, dass nicht nur die Kultur, sondern auch der Chorgesang in Bad Hersfeld quicklebendig ist. (uj)

Fensterkonzert am Lullusbrunnen begeisterte viele Zuhörer

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