Straßenreinigungssatzungen

Wintereinbruch in Hersfeld-Rotenburg: Wer ist für die Räumung des Schnees verantwortlich?

Gehwege und die Zugänge zu den Häusern müssen geräumt werden. Verantwortlich dafür sind die Eigentümer, die diese Aufgabe aber delegieren können.
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Gehwege und die Zugänge zu den Häusern müssen geräumt werden. Verantwortlich dafür sind die Eigentümer, die diese Aufgabe aber delegieren können.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg liegt aktuell sehr viel Schnee. Die Straßenreinigungssatzungen regeln den Umgang mit der Räumung des Schnees.

Hersfeld-Rotenburg - Wohin mit all dem Schnee? Dieser Stoßseufzer steigt dieser Tage vielfach gen Himmel. Viele Hausbesitzer schieben die weiße Pracht einfach aus ihrer Einfahrt auf die Straße und ziehen sich damit den Ärger der Autofahrer zu, die gerade in schmalen Sträßchen ohnehin Probleme haben, sich einen Weg zwischen Schneehaufen und geparkten Autos zu bahnen.

Umgekehrt löst der durchfahrende Schneepflug bei manchem Schneeschipper Verzweiflung aus, wenn die gerade freigeräumte Grundstückseinfahrt wieder zugeschoben wird.

Grundsätzlich gilt: Hausbesitzer sind von 7 bis 20 Uhr verpflichtet, Geh- und Überwege vor ihren Grundstücken sowie Verbindungswege entlang ihrer Grundstücke so zu räumen, dass der Verkehr „nicht mehr als unvermeidbar“ beeinträchtigt wird. Wo keine Gehwege vorhanden sind, gilt als Gehweg ein Streifen von 1,50 Metern Breite entlang der Grundstücksgrenze. Die vom Schnee geräumten Flächen müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass ein durchgehend nutzbare Gehfläche entsteht. So sehen es zumindest die Straßenreinigungssatzungen der Städte Rotenburg und Bad Hersfeld vor. Vergleichbare Satzungen gibt es in jeder Gemeinde.

Der weggeräumte Schnee ist möglichst auf dem eigenen Grundstück, auf jeden Fall außerhalb des Verkehrsraumes zu lagern. Wenn das jedoch nicht möglich oder zumutbar ist, darf der Schnee auf Verkehrsflächen nur so abgelagert werden, dass der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird, heißt es in den Satzungen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald empfiehlt hier, sich mit den Nachbarn abzustimmen und im Zweifelsfall „Türmchen“ an der Seite zu bauen, um den Schnee in die Höhe und nicht in die Breite zu lagern.

In Rotenburg würden Straßen und Gassen auf geraden Flächen gar nicht geräumt, erklärt Grunwald. „Wir halten die Fußgängerbereiche frei und breitere Straßen.“ Die größte Sorge der Stadt Rotenburg sei derzeit, die Zufahrt zum HKZ und zum Impfzentrum in der Göbel Hotels Arena freizuhalten, betont der Bürgermeister darüber hinaus.

Die Stadt Bad Hersfeld lässt den Schnee, gerade aus den engen Gassen und Straßen in der Innenstadt, oder von Bushaltestellen zum Beispiel in der Breitenstraße übrigens abtransportieren und außerhalb auf freier Fläche ablagern. „Es ist einfach zu viel Schnee, um an die Seite geschoben werden zu können“, sagt Pressesprecher Meik Ebert. Er wirbt ebenfalls um Toleranz der Menschen miteinander im Umgang mit den Schneemassen.

Bei Eisglätte müssen Geh- und Überwege gestreut werden. Salz ist nur in Ausnahmefällen, also auf Treppen, Brücken und an Haltestellen erlaubt, ansonsten sollte Sand oder Split zum Einsatz kommen.

In diesem Zusammenhang macht die Stadt Bad Hersfeld auf Gefahren aufmerksam, die von Eiszapfen oder Dachlawinen ausgehen können. Im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht obliege es den Hauseigentümern, Eiszapfen oder Schneebretter/Dachlawinen zu entfernen. Nicht immer seien jedoch die Eigentümer eines Hauses vor Ort.

Wenn daher von Bürgern mögliche Gefahrenlagen festgestellt werden, sollten Sie bitte die Stadtverwaltung informieren (Tel. 06621/201-810, E-Mail: bauaufsicht@bad-hersfeld.de), damit die Mitarbeiter Kontakt mit den Eigentümern aufnehmen können.

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