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Enttäuschung und Vorfreude in Bad Hersfeld

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Nadine Meier-Maaz
Nadine Meier-Maaz © Eisenberg, Jan-Christoph

In unserer Wochenkolumne Zwischen den Zeilen befasst sich Nadine Meier-Maaz diesmal mit mehr oder weniger geglückten Veranstaltungen in der Bad Hersfelder Innenstadt.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht, heißt es so schön. Und man ist versucht, mit dieser Redewendung auch den Versuch vom vergangenen Wochenende zu beschreiben, das Oldtimer-Spektakel Mückenstürmer Classics des MSC in der Fußgängerzone mit dem Mobilen Tag zu verbinden, bei dem Auto- und Zweiradhändler traditionell ihre aktuellen Modelle präsentieren und der nun im Schilde-Park statt in der Fußgängerzone zu finden war.

Eigentlich eine gute Idee, zwei verwandte Events zu kombinieren und gleichzeitig den attraktiven Park verstärkt ins städtische Veranstaltungsprogramm einzubeziehen, der beim Hessentag ein echter Besuchermagnet war, zuletzt aber eher als Ort für Drogenhändler sowie Vandalen tituliert wurde.

Doch die Autohändler fühlten sich abgedrängt und sparten schon während der laufenden Veranstaltung nicht mit Kritik. Denn den Weg über die Bundesstraße in den Park fanden in der Tat leider nicht besonders viele Besucher, von denen es bei bestem Ausflugswetter zwischen Linggplatz und Klausstraße indes nicht mangelte. Und über das fehlende kulinarische Angebot konnten dann auch die für Kinder gedachten Attraktionen – eine Kartbahn und eine Kletterwand – nicht hinwegtäuschen.

Zwischen City-Galerie und Park fehlt schlicht die Verbindung. Gleichzeitig hätte es wohl mehr und konkreterer Werbung seitens der Stadt bedurft, denn trotz Ankündigung in der Zeitung hatten viele vom Mobilen Tag überhaupt nichts mitbekommen.

Nun allein mit dem Finger auf den personell ausgedünnten Fachbereich Stadtmarketing zu zeigen, wäre trotzdem nicht fair, der den Mobilen Tag auch schlicht hätte erneut ausfallen lassen können. Das wäre einfacher gewesen. Einiges war der kurzfristigen Planung geschuldet und auch das Catering soll niemand vergessen haben, es habe sich schlicht niemand gefunden, der Zeit, Personal oder Interesse gehabt hätte.

Die Kritik haben sich die Organisatoren gleichwohl zu Herzen genommen, und mit den enttäuschten Händlern – die ihre Fahrzeuge im Übrigen kostenfrei präsentieren konnten – gab es bereits Gespräche, um gemeinsam an einer besseren Lösung fürs nächstes Jahr zu arbeiten. Denn vorerst will man daran festhalten, den Schilde-Park als Veranstaltungsfläche zu gewinnen und ihn nicht gleich wieder aufgeben.

Auf Hochtouren laufen derweil die Planungen fürs Weinfest, das über Pfingsten unter dem Motto „Swing & Wine“ dieses Jahr ebenfalls erstmals als Kombiveranstaltung stattfinden wird, und zwar gemeinsam mit dem Jazz-Festival. Sowohl im Stiftsbezirk als auch auf dem Linggplatz soll deshalb eine Bühne stehen. Bleibt zu hoffen, dass den Linggplatz dann nicht das gleiche Schicksal ereilt wie jetzt den Schilde-Park. Aber dazu passt eine weitere Floskel: Probieren geht über studieren. Und wir erinnern uns schließlich alle noch an die Planungen für den Hessentag: Was gab es nicht alles für Befürchtungen, doch am Ende waren viele Kritiker positiv überrascht und bei der großen Party mit Freude dabei.

Apropos Party: Auch das Team der Bad Hersfelder Festspiele plant nach den coronabedingten Einschränkungen in diesem Jahr wieder mit mehr Party. Sowohl das Schaulaufen auf dem Roten Teppich als auch die früher obligatorische Premierenparty sind vorgesehen. Wenn das nicht mal gute Aussichten sind. Welche A-, B- oder C-Prominenz dabei sein wird, wird zwar erst kurz vorher verraten, so groß wie beim offiziellen Probenauftakt für „Notre Dame“ mit Ensemblevorstellung am Dienstag war auch das Medienaufgebot jedoch selten.

Das lässt auf ähnliches Tamtam am 1. Juli hoffen. Wobei das den eigentlichen Festspielfans egal sein kann, die ab sofort wieder die besondere Atmosphäre im Städtchen genießen. Freuen Sie sich und lächeln Sie einfach, wenn Sie demnächst Richy Müller beim Bäcker treffen, Anouschka Renzi beim Yoga oder Walter Plathe im Restaurant! (Nadine Meier-Maaz)

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