Familie Krebs ärgert sich über Missbrauch

Suppenkellen und Kondome: Wilder Müll an Kleidercontainern auf dem Johannesberg

Teppiche, alte Computer und anderen Müll haben Unbekannte an den Kleidercontainern am Johannesberg abgelegt.
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Teppiche, alte Computer und anderen Müll haben Unbekannte an den Kleidercontainern am Johannesberg abgelegt. Von Hinweisen, dass Müllablagerung verboten ist und dass die Container derzeit gesperrt sind und nicht genutzt werden können, lassen sich viele nicht abschrecken.

Immer wieder werden die Kleidercontainer auf dem Grundstück von Familie Krebs auf dem Bad Hersfelder Johannesberg für Müllablagerungen missbraucht.

Bad Hersfeld - Eigentlich wollte Familie Krebs etwas Gutes tun und ließ vor vielen Jahren Altkleidercontainer auf ihrem Parkplatz nahe ihres Hotels am Johannesberg aufstellen. Doch wird diese Stelle an der Kiefernallee gerne als Ablageort für allen möglichen Müll verwendet.

„Frei nach dem Motto, da liegt ja schon was, also lege ich noch was dazu, wird es immer mehr“, beklagt sich Ulrike Krebs, die mit ihrem Mann schon seit 1984 in Bad Hersfeld wohnt. Dabei steht schon auf dem Hinweisschild der Altkleidercontainer, was gesammelt wird und was nicht.

Große Teppiche, Farbeimer, Suppenkellen, Kindersitze, Computer und auch Kondome gehören nicht dazu, waren aber allesamt beim Fototermin vor Ort zu finden. Außerdem liegt auch Kleidung herum, obwohl diese nur in Plastiktüten abgegeben werden soll. Nur brauchbare Kleidung kann an bedürftige Menschen weiter vermittelt werden.

An sich würden sogar herumliegende Textilien von den Betreibern der Altkleidercontainer zusammen mit der gespendeten Kleidung abgeholt werden. Doch ein Hinweisschild an den Containern weist darauf hin, dass während der Corona-Pandemie keine Abholung stattfindet. Auf Nachfrage teilt die Betreiberfirma Knebel Textilrecycling GmbH mit, dass einige Fahrer erkrankt seien und eine Abholung derzeit nicht stattfinden könne.

Die Firma bittet außerdem darum, nichts vor die Container zu legen, wenn diese schon abgesperrt sind. Viele Spender lassen sich nämlich auch von den Absperrbändern nicht abhalten, sich einen Weg frei zu machen.

Computer und Farbeimer, die ebenfalls dort liegen, nehmen die Fahrer aber ohnehin nicht mit, die würden folglich liegenbleiben. Dabei weist auch ein altes Hinweisschild des Magistrats der Stadt Bad Hersfeld darauf hin, dass das Abladen von Hausmüll auf dem Parkplatz verboten ist. „Vorher hatten wir die Container nicht zur Straße hin aufgestellt, sondern näher an den Bäumen und Büschen. Da war es noch viel schlimmer mit dem abgeladenen Müll“, kritisiert Ulrike Krebs diejenigen, die nichts von korrekter Mülltrennung halten. „Die Leute sind einfach unverschämt. Erziehung ist alles.“

Auch ihr Mann Ulrich Krebs weiß nicht mehr weiter: „Durch solche Aktionen kommen am Ende die Sammler in Misskredit, die auch nur Gutes tun wollen. Aber wenn die Dinger stehen bleiben, gibt es keine Ruhe mit dem Müll.“ Familie Krebs bleibt nun nichts anderes übrig, als sich selbst um die Entsorgung fremden Mülls auf ihrem Grundstück zu kümmern oder aber Sperrmüll dafür anzumelden.

Ein Schritt, den auch jeder Müllsünder selbst hätte wählen können. (Daniel Blöthner)

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