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Wiederholungstäter aus Rotenburg muss in Entziehungsanstalt

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Von: Mario Reymond

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Justitia vor dem Amtsgericht Nürnberg (Symbolbild)
Der 39 Jahre alte Mann hatte seinen Drogenkonsum mit Diebstählen und Einbrüchen finanziert. Nun wurde er zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. (Symbolbild) © David-Wolfgang Ebener / dpa (Symbolbild)

Seine Drogenabhängigkeit ist einem heute 39 Jahre alten Rotenburger erneut zum Verhängnis geworden. Er wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Hersfeld-Rotenburg – Die Entscheidung fiel vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld unter Vorsitz von Richterin Christina Dern. Er musste sich aktuell wegen Beschaffungskriminalität verantworten. Insgesamt sieben Einzeldelikte – in zwei Anklagen – wurden verhandelt. Der Angeklagte hatte bei Diebstählen und Einbrüchen Ware im Gesamtwert von 24 079,55 Euro erbeutet – und das alles in kürzester Zeit Ende April 2021.

Am 2. Mai des vergangenen Jahres wurde er dann von der Polizei – die ihn schon länger auf dem Radar hatte – festgenommen. Seit diesem Tag sitzt er in einer Kasseler Justizvollzugsanstalt. Bereits am 22. April 2021 war er geschnappt worden, als er in einen Rotenburger Getränkemarkt eingestiegen war. Da gegen ihn aber offensichtlich keine Haftgründe vorlagen, wurde er nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Fulda wieder entlassen.

Keine Woche später schlug er wieder zu. Aus dem Büro einer Tankstelle in Rotenburg ließ er am 27. April gegen 2.30 Uhr einen Laptop und eine Bohrmaschine mitgehen. Für die Flucht nutzte er einen Mercedes, der nebenan in der Werkstatt der Tankstelle abgestellt war. Um 4.08 Uhr krachte er dann mit diesem Mercedes in die Glastür eines Einkaufsmarkts in Alheim. Er erbeutete Zigaretten im Wert von 5000 Euro. Sachschaden dabei: 37 000 Euro.

Unterbringung in einer Entziehungsanstalt

Hat eine Person den Hang, Drogen im Übermaß zu konsumieren, und wird sie wegen einer rechtswidrigen Tat, die sie im Rausch begangen hat oder die auf ihren Hang zurückgeht, verurteilt, so soll das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anordnen, wenn die Gefahr besteht, dass sie infolge ihres Hanges auch künftig erhebliche rechtswidrige Taten begehen wird.

Der Mercedes fiel Stunden später einer Polizeistreife auf. Nach kurzer Verfolgung stoppte sie ihn am Rotenburger Bahnhof. Dem Angeklagten gelang jedoch die Flucht zu Fuß. In der Nacht zum 30. April entwendete der Angeklagte dann in Bad Hersfeld einen Kleinlaster. Noch in derselben Nacht verschaffte er sich Zutritt zum Inselgebäude am Bebraer Bahnhof und entwendete 150 Loks der Spur H 0 im Gesamtwert von 15 000 Euro.

Seine Beute veräußerte der 39-Jährige immer wieder in Kassel, um sich dann Drogen zu kaufen. Er ist seit seinem 15. Lebensjahr abhängig von Kokain und Heroin. 1998 ist er das erste Mal „unangenehm“ aufgefallen – mittlerweile hat er 27 Eintragungen. Von 2006 bis 2016 hatte er abgesehen von wenigen Wochen bereits die meiste Zeit im Gefängnis verbracht.

Das aktuelle Urteil ist bereits rechtskräftig. Der 39-Jährige soll nun in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Außerdem will er Privatinsolvenz beantragen. (Mario Reymond)

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