Podiumsdiskussion

Weiter kämpfen für die Orthopädie in Bad Hersfeld

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Jahrestreffen der Bürgerinitiative zum Erhalt der Orthopädie in Bad Hersfeld. Am Podium von links Sprecher Hans-Jürgen Schülbe und Erster Stadtrat Gunther Grimm, der die Mitglieder aufforderte. weiter aktiv zu bleiben.

Bad Hersfeld – Transparenz hatte Meike Wienhold, Initiatorin und Sprecherin der Bürgerinitiative zum Erhalt der Orthopädie in Bad Hersfeld bei der Gründung der Initiative versprochen.

Bad Hersfeld – Und dieses Versprechen sollte nun nach einem Jahr eingelöst werden.

Ausführlich berichteten Meike Wienhold und Hans-Jürgen Schülbe, die beiden Sprecher, von den Aktivitäten des vergangenen Jahres. Bei mehreren Unterschriftensammlungen fanden sich 3700 Frauen und Männer, die das Schreiben zum Erhalt der Klinik in Bad Hersfeld und gegen deren Umzug nach Rotenburg unterzeichneten. Einige Unterstützer hätten sogar mehrere hundert Unterschriftenbögen gesammelt, berichtete Wienhold.

Nun wolle die Initiative verstärkt auch in den Gemeinden tätig werden, sei dafür aber auf Informationen über größere Veranstaltungen angewiesen.

Keinen Erfolg habe die Bürgerinitiative jedoch mit ihrer Forderung gehabt, Einblick in die Unterlagen des kompletten HKZ-Projektes zu erhalten, bedauerte Meike Wienhold. „Keine unserer Fragen wurde beantwortet“, bedauerte Wienhold: „Das ist sehr enttäuschend.“

Wienhold und Schülbe sind nicht überzeugt von den Argumenten, die vonseiten des Klinikums und des Landkreises für die Verlagerung der Orthopädie genannt werden. Sie glauben, dass die Klinik auch als kleines Haus überleben könne, weil sie einen ausgezeichneten Ruf habe, ideale Bedingungen für Patienten biete und weil es dort keine Probleme mit Krankenhauskeimen gebe. Dass keine Intensivstation für Risikopatienten vorhanden sei, halten sie für unproblematisch.

Zudem weisen sie darauf hin, dass die Orthopädie wirtschaftlich gesund sei und auch im Jahr 2017 wieder, wie schon in den Jahren zuvor, einen Millionenkredit ans defizitäre Klinikum gegeben habe.

Der Mietvertrag mit der Immobilie sei erst einmal bis 2023 verlängert, das wertete Wienhold als positives Zeichen.

Inzwischen habe auch der Hessische Rundfunk das Thema entdeckt und komme am 11. Juni nach Bad Hersfeld, um ab 11.30 Uhr im Schilde-Park eine Sendung zum Thema „Krankenhaussterben in Bad Hersfeld aufzuzeichnen. Meike Wienhold bat um zahlreiche Präsenz.

Klinikumssprecher Werner Hampe verfolgte die Veranstaltung als Zuhörer. Er kritisierte die stark vereinfachte, emotionale Argumentation der Bürgerinitiative. „Krankenhausbetriebsführung ist heute hochkomplex und politisch“, sagte Hampe.

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